Technik von gestern schon heute
Verfasst von Marco unter Uncategorized am November 5, 2009
Eine neue Wohnung verursacht eine Menge Arbeit und man muss sich an einiges Neues gewöhnen. Mülltrennung zum Beispiel. Oder dass man das Auto ummelden muss, obwohl das Kennzeichen gleich bleibt.
Oder daran, dass die neue Wohnung nicht im DSL-Ausbaugebiet liegt. Ok, DSL ist grundsätzlich durchaus verfügbar und immerhin schneller als DSL-Light (384kbit/s). Wenn man aber wie ich bisher an einen DSL-Anschluss mit 12 MBit/s effektiver Übertragungsrate (entspricht 1,3 Megabyte/s) gewöhnt war, dann ist ein Anschluss mit 768 kbit/s gewöhnungsbedürftig:
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Downloadrate: 90 kbyte/s
Uploadrate: 16 kbyte/s
Als die ersten DSL-Anschlüsse ungefahr im Jahr 2000 vergeben wurden, war 768 kbit/s eine Verzehnfachung der ISDN-Geschwindigkeit und man hatte Pipi in den Augen als man den ersten Download beobachtete. Heutzutage ist es nur noch lächerlich.
Natürlich habe ich das gewusst bevor ich eingezogen bin und auch bevor ich den Mietvertrag unterschrieben habe. Ich habe mich also bewusst dafür entschieden, diese Kröte zu schlucken. Nichtsdestotrotz ist es eine ganz schöne Umgewöhnung, nicht mehr gleichzeitig fritz-radio hören zu können, während im Hintergrund das neueste Ubuntu runtergeladen wird während man in seinen Blogs stöbert.
Als Neubürger im Dorf habe ich mich natürlich in den ersten Wochen mit der lokalen presse beschäftigt. Es ist erstaunlich, wieviel kostenlose Pressemagazine (manche würden sagen: Wurschtblätter) in den Briefkasten wandern. Hatte doch der – raffgierige – Makler kaum dass die Tinte unter dem Mietvertrag trocken war erzählt, dass die CDU-Ortsgruppe Gelder aus dem Konjunkturpaket II abzwacken will, um dem Ort eine zukunftsfähige Infrastruktur zu bescheren … Ho! Ho! Ho! Weihnachtsmann ahoi!
Dumm nur, dass die Bundesregierung trotz Digitaler Divende und nicht den dickbäuchigen Mann in roten Kleidern mimen will und den Antrag abgelehnt hat.
Letzte Hoffnung ist nun eine Richtfunkstrecke. Ich werde berichten … vielleicht 2010 … trotz Übertragungsraten aus den 90ern.
Umzug
Verfasst von Marco unter Uncategorized am November 5, 2009
Stellt euch vor, ihr wohnt seit 6 Jahren in einer Wohnung die euch
1. zu klein ist (40qm, 1,5 Zimmer)
2. zu laut ist (Einflugschneise des Frankfurter Flughafens bei Ostwind, also gutem Wetter wo alles draussen in der Sonne backt)
3. zu “bäh” ist (Plattenbau, 25 Parteien, Fensterrahmen wohl noch Originalinventar aus den 60ern)
Wie lange würdet ihr dort wohnen?
a) gar nicht
b) gar nicht, weil ihr euch nach 2 Monaten erschossen habt
c) ihr zieht nach 2 Monaten aus
d) für schlimmer und ewig
Bei mir traf nun sechs Jahre lang Antwort D zu. Im Sommer brauchte ich aber endlich dringend eine Veränderung. Zum einen empfand und empfinde ich immer noch meine berufliche Situation zum kotzen und zum anderen wollte ich wirklich schon seit Jahren aus der Wohnung raus, habe es aber immer vor mir hergeschoben.
Eine Veränderung musste her. Und seit zwei Wochen wohne ich nun südlich von Oppenheim in dem Dörfchen Uelversheim in einer schicken Wohnung im Grünen. Ist zwar eigentlich zu groß für mich, aber was solls, sie ist im Gegensatz zu Mainzer Wohnungen jedenfalls bezahlbar und mit dem Auto ist sowohl Mainz als auch Worms in 30 Minuten erreichbar.
Online-Petition gegen Netzsperren
Verfasst von Marco unter Uncategorized am Mai 10, 2009
Die Online-Petition gegen Netzsperren und Internet-Zensur entwickelt sich zu einem vollen Erfolg. Zumindest wenn man den Erfolg an der Anzahl an Unterzeichnern misst (aktueller Stand: 65436 sog. “Mitzeichner”). Ob sie auch was bewirkt, halte ich für sehr zweifelhaft. Zu sehr haben Frau von der Leyen und ihre Kollegen mit fadenscheinigen Argumenten, die die Realität verdrehen bis unkenntlich machen, eine Verordnung durchgepeitscht, die das plakatierte Ziel niemals erreichen wird und stattdessen nur Begehrlichkeiten weckt, auch andere missliebige Inhalte im Netz zu sperrenverdecken.
Wer noch unterzeichnen möchte, kann dies auf den Seiten des Bundestags tun: Petition: Internet – Keine Indizierung und Sperrung von Internetseiten
Um die Gefahren der geplanten Stopp-Seite beim BKA zu demonstrieren, finded bei mogis ein Kleines Experiment. Je nach Browser und Betriebssystem unterschiedlich, ist es möglich als ahnungsloser Surfer auf der “Kinderporno-Stopp-Seite” zu landen und es überhaupt nicht zu merken. Prefetching macht es möglich. Wenn man bedenkt, dass es vorgesehen ist, jeden Zugriff mitzuloggen und die Daten zu speichern, sollten bei jedem die Alarmglocken schrillen … ausser bei Frau Leyen natürlich.
Jizz in my Pants
Verfasst von Marco unter Uncategorized am Mai 7, 2009
Ich stehe ja normalerweise nicht so auf Witze auf Pubertätsniveau á la “Eis am Stiel”, aber das ist witzig gemacht:
via Sebbi (bei dem es auch noch eine weibliche Antwort gibt)
EU-Vertrag auch in Tschechien ratifiziert
Verfasst von Marco unter Uncategorized am Mai 6, 2009
Wie momentan überall zu lesen (z.B. FAZ und Telepolis), ist der EU-Vertrag im vorletzten Parlament ratifiziert worden: Tschechien. Nun ist nur noch Irland übrig, die als einziges Land eine Volksabstimmung durchgeführt haben. Ich bin sicher, die Iren werden durch “sanften Druck” ebenfalls noch überzeugt werden … und wenn die nächste Volksabstimmung auch scheitert, lässt man einfach so lange wählen, bis das richtige Ergebnis rauskommt.
Ich denke, man lehnt sich nicht zu weit aus dem Fenster, wenn man behauptet, wenn die in Lissabon-Vertrag umbenannte – 2005 eigentlich gescheiterte – EU-Verfassung in mehr Ländern sich einer Volksabstimmung stellen hätte müssen, nie und nimmer so eine weitreichende Zustimmung erhalten hätte. Zu viele Ressentiments bringen viele EU-Bürger, der in Teilen zutiefst undemokratischen und vor allem undurchschaubaren EU entgegen.
Ich persönlich lehne den EU- bzw. Lissabon-Vertrag in dieser Form ebenfalls ab, bin aber trotzdem für Europa. Für die Vertrags-Befürworter in Medien und Politik passt dies allein schon nicht zusammen. Wenn man gegen den Vertrag ist, ist man automatisch gegen Europa. Mir missfällt allerdings dieses extrem undurchschaubare Monstrum, das aus hunerten und tausenden Paragrafen besteht und aus dem ein Normalbürger einfach nicht schlau werden kann. Mein Eindruck ist, dass über die Hintertür Europa undemokratische Gesetze in ganz Europa durchgedrückt werden sollen. Mit der Abschaffung bzw. Reduzierung der einzelstaatlichen Veto-Entscheidungen werden sich Lobbygruppen noch einfacher Einfluss verschaffen können und Errungenschaften, die sich die Menschen in vielen zentraleuropäischen Ländern in den letzten 100 Jahren erkämpft haben, drohen mehr und mehr abgebaut zu werden. Zudem nutzen zumindest die deutschen Parteien die europäische Gesetzgebung, um in Deutschland Gesetze zu erlassen, von denen sie wissen, dass sie in Bundestag keine Chance hätten.
Ja, wir brauchen ein einiges Europa. Ja, ich bin für eine Europa-Regierung und für ein unabhängiges EU-Parlament. Aber ich bin nur dafür, wenn demokratische Spielregeln eingehalten werden. Wenn endlich das EU-Parlament wirkliche Macht erhält. Wenn endlich die EU-Kommission durch EU-Parlament und/oder Volk ernannt, gewählt und kontrolliert wird. Wenn endlich der völlig undemokratische Ministerrat abgeschafft wird. Ja, dann bin ich für Europa.
Der Lissabon-Vertrag verbessert nichts in dieser Hinsicht.
Memberbereich für Wordpress
Verfasst von Marco unter Uncategorized am Mai 1, 2009
Wer Wordpress als CMS einsetzt, wird sich zwar freuen, wie einfach die Verwaltung der Website funktioniert, aber viele Webseiten benötigen nicht nur einen öffentlichen Webauftritt, sondern auch einen besonderen, passwortgeschützen Bereich, auf den nur registrierte Benutzer Zugriff haben, landläufig auch Memberbereich genannt. In einer Standardinstallation kann man Wordpress zwar so einstellen, dass sich jeder registrieren kann, aber man hat keine Möglichkeit einen Memberbereich zu gestalten.
Da eine Bekannte von mir so etwas ähnliches wollte, habe ich mich mal damit beschäftigt.
Unter den vielen Plugins, die etwas in dieser Richtung anbieten, sind mir zwei besondere Perlen aufgefallen. Dies wäre zum einen User Access Manager und zum anderen Sidebar Login. Beide Plugins ergänzen sich gegenseitig sehr gut. Während UserAccess Manager dafür sorgt, dass Seiten und Artikel erstellt werden können, die nur bestimmte Nutzergruppen sehen können, stellt Sidebar Login ein Login-Widget für die Sidebar zur Verfügung.
User Access Manager
Mittels dieses Plugins kann man eine beliebige Anzahl von Benutzergruppen anlegen und dort jeweils festlegen, was diesen Benutzergruppen erlaubt ist. Sowohl Artikel, Seiten als auch Kategorien können dann den Benutzergruppen zugeordnet werden und können dann nur noch von Mitgliedern dieser Benutzergruppe gelesen werden. Das Plugin sorgt u.a. auch dafür, dass die Standard-Funktionen von Wordpress so überschrieben werden, dass sie diese Einstellungen beachten. Man braucht also keine Änderungen im Theme durchführen, z.B. wird die Liste der Wordpress-Seiten automatisch passend zum gerade eingeloggten Benutzer zusammengestellt. Ebenso sind automatisch alle für den Benutzer nicht lesbaren Artikel im Blog verschwunden.
Zusätzlich kann auch der Upload-Ordner geschützt werden, sodass Bilder darin auch nur noch von eingeloggten Benutzern geöffnet werden können. Der Webserver wird per .htaccess-Datei so konfiguriert, dass Zugriffe über Wordpress (z.B. Bilder aus der WP-Mediathek) ganz normal angezeigt werden, direkte Zugriffe über die URL erfordern dagegen eine Passwort-Abfrage. So kann man sich also sicher sein, dass sowohl die Seiten selbst nur für Benutzer angezeigt werden, als auch die verlinkten Medien (Bilder, Videos, etc.).
Um als Admin nicht den Überblick zu verlieren, erhalten geschützte Seiten und Artikel standardmässig einen erweiterten Namen, sodass man sehr einfach sieht, was jeder lesen kann und was nicht.
Die Installation des Plugins geht einfach von der Hand, mehr als die normale Plugin-Installation ist nicht notwendig. Nach Anlegen der ersten Benutzergruppe können auch direkt die Artikel zugewiesen werden.Auf jeden Fall eine Top-Empfehlung!
Sidebar Login
Wenn man für seine Seite viel Mühe ins Design und CSS gesteckt hat, möchte man seinen Besuchern nur ungern den Standard-Wordpress-Login zumuten, da dieser vom Seiten-Design komplett unabhängig ist. Ausserdem ist es sowieso eine gute Idee, die normale Login-Seite auf eine andere URL umzubiegen, um etwas Schutz vor automatisierten Einbruchsversuchen zu haben.
Mittels Sidebar Login erhält man deshalb ein Widget, das sich wie jedes andere Widget in der Sidebar auch ans normale Seiten-Design hält und dort eine Login- sowie eine Logout-Möglichkeit zur Verfügung stellt. Installieren, Widget hinzufügen, fertig. Man kann noch konfigurieren, ob diverse Zusatzlinks in der Login-Box angezeigt werden sollen (z.B. das Dashboard) bzw. auch eigene Links eingeben. Sehr einfach und wieder eine Top-Empfehlung!
Was ich übrigens leider noch nicht gefunden habe, ist eine schönere Möglichkeit eine Benutzerregistrierung zur Verfügung zu stellen. Es gibt zwar ein paar Plugins, aber mir hat keins richtig zugesagt. Da meine Bekannte ihren Benutzern die Logins aber sowieso selbständig zur Verfügung stellt, ist das in diesem Fall erstmal egal.
Worauf man aber achten sollte ist, dass die registrierten Benutzer nur den Rang “Abonnent” erhalten, damit sie in der Admin-Oberfläche keinen Unfug anstellen können.
Linux Einsteigerhilfe
Verfasst von Marco unter Uncategorized am Mai 1, 2009
Für alle die schon länger daran denken, sich einmal Linux anzuschauen, aber immer davor zurückgeschreckt haben, weil Sie Angst hatten genügend Hilfe und Infos zu bekommen, hilft ein Artikel bei linuxundich weiter: Wie informiere ich mich über Linux?
Passend dazu ist vor einigen Tagen eine neue Ubuntu-Version erschienen: Ubuntu 9.04 – Jaunty Jackylope Gerade für Einstiegswillige ist Ubuntu eine gute Linux-Distribution um das System kennenzulernen. Die meiste Hardware sollte per Plug&Play konfiguriert werden und Ausflüge auf die Kommandozeile sind nur notwendig, wenn man das System näher kennenlernen möchte.
Linksammlung zu “Agilen Methoden”
Verfasst von Marco unter Uncategorized am April 28, 2009
Auf Arbeit beschäftigen wir uns gerade mit “Agilen Methoden”, insbesondere “Scrum“. Wer jetzt nur Bahnhof versteht: Agile Methoden sind ein Framework an Organisations- und Arbeitsmethoden um Software effizient und transparent zu entwickeln.
Auf del.icio.us habe ich mal eine Linksammlung zu interessanten Webseiten gesammelt: Marcos Links zum Thema Scrum
Wenn die Einführung von Scrum geklappt hat, werde ich dann auch mal berichten. Momentan sind wir noch in der Findungsphase.
Das Schwarze Loch in Troja – ein Science-Fiction-Artikel
Verfasst von Marco unter Uncategorized am April 23, 2009
Mehr als 10 Jahre lang war ich ein glühender Stephen King Fan. Vom ersten Buch das ich von ihm 1991 gelesen habe (“The Last Stand”) bis zum siebten Band der “Der Dunkle Turm”-Saga (“Der Turm”) habe ich die meisten (nicht alle) Bücher von ihm käuflich erworben. Alle davon stehen bei mir im Bücherschrank. Das Buch “Der Turm” habe ich jedoch nie zu Ende gelesen. Die Gründe dafür sind aber Teil einer anderen Geschichte.
Eigentlich wollte ich jetzt von einem Autor schreiben, dessen Bücher ich fast noch mehr bewundere wie die von King. Bücher wie die “Hyperion-Gesänge“, “Ilium“, “Olympos“, “Vakuum-Diagramme” und “Zeitschiffe”. Alles großartige Bücher, in denen ich mich verlieren kann. Beim schreiben dieses Artikels ist mir jedoch aufgefallen, dass ich hier zwei Autoren peinlicherweise zu einem vermengt habe: Dan Simmons und Stephen Baxter.
Nach meiner “King-Periode” und nachdem ich den siebten Turm-Roman einfach nicht zu Ende lesen konnte, habe ich mich zunehmend mit moderner Science-Fiction beschäftigt. Nachdem die fantastischen Zukunftsvisionen aus SF-Romanen aus den 50er, 60er und 70er Jahren auch nicht nur annähernd eingetreten sind, haben moderne SF-Romane glaube ich deutlich dazugelernt. Kaum ein Buch das ich gelesen habe und Handlung im “von Menschen besiedelten Weltall” thematisiert, spielt zu nah in der Zukunft. 2-3 Jahrhunderte lassen die meisten vergehen, damit die Menschheit das Weltall besiedelt. SF-Romane, die etwas auf sich halten, setzen auch zunehmend darauf, modernste Theorien der Naturwissenschaften möglichst authentisch (so authentisch wie es bei Theorien nunmal geht) einzubauen, um eine möglichst “realistische” Möglichkeit zu erschaffen, den Weltraum zu bereisen und zu besiedeln.
Landläufig wird so etwas auch als “Hard-SF” bezeichnet. Und genau so liebe ich SF: ohne eine kurze Geschichte der Zeit zumindest einmal gelesen zu haben, von Bosonen und Quarks und Baryonen zumindest schonmal gehört zu haben und sich mit der Stringtheorie beschäftigt zu haben, versteht man den physikalischen Hintergrund dieser Bücher nur bedingt. Manchmal tritt dieser so deutlich hervor, das die meisten unbedarften Leser solche Bücher wohl angewidert weglegen würden. Ich denke da zum Beispiel an “Diaspora” von Greg Eagan, in dem der Autor einer Diaspora der Menschheit hin zu digitalen Lebewesen und schlußendlich in andere Universen so ziemlich alle Strömungen der theorischen Physik, der Biologie und der Astronomie in ein einziges Buch quetscht. Ich bin begeistert!
Dan Simmons und Stephen Baxter sind deutlich zurückhaltender, aber auch diese beiden mischen Stringtheorien und Quanten bunt zusammen mit sprühenden und lebendigen Stories und es ergibt sich ein Mix in dem ich mich verlieren kann. Die bereits oben genannten Bücher habe ich nun schon mehrfach gelesen und es spricht für die beiden, dass ich sie gemeinsam zu einem fiktiven Autor zusammengemischt habe.
In “Ilium” und “Olympos” beispielsweise verbindet Dan Simmons Homers “Ilias” mit den Werken von Shakespeare zu einer reinrassigen Science-Fiction-Geschichte. Die Schauplätze dieser beiden Romane spielen auf einem zukünftigen Mars (der Heimat von griechischen Göttern wie Zeus, Athene und Aphrodite), einer hyper-modernen Erde, die von unwissenden, dummen und nicht einmal des Lesens fähigen Altmenschen bevölkert ist und Troja, dem Ort wo sich Griechen und Trojaner in einem “ewigen Krieg” bekämpfen. Die Charaktere von Shakespeare (z. B. Prospero oder Caliban) und Homer (Odysseus, Helena, Achilles) werden so geschickt in die moderne SF-Geschichte integriert, dass etwas einzigartiges entsteht. Unbedingte Leseempfehlung!
“Die Zeitschiffe” von Stephen Baxter beginnt dagegen da, wo “Die Zeitmaschine” von H.G. Wells aufgehört hat. Als autorisierte Fortsetzung dieses SF-Klassikers kehrt der bekannte Held zurück zu den Elois und Morlocks, nur um festzustellen, dass seine eigene Zeitreise unvorhersehbare Auswirkungen auf die Zeitlinie hat und nichts mehr so ist wie es war. Nachdem er sich mit einem Morlock angefreundet hat, brechen die beiden auf eine fast unendlich währende Zeit-Odyssee auf, die gegen Ende hin immer merkwürdiger und moderner wird. Der Roman hat durchaus seien Längen, wie eigentlich alle Romane von Baxter, aber die Umgebung die Geschichte ist so interessant, dass ich einfach nicht davon loskommen konnte.
Einen besonderen Platz in meinem Herzen haben auch die diversern Romane von Stephen Baxter aus seinem Xelee-Zyklus eingenommen. In der Qualität und der Spannung durchaus sehr variierend, ist es doch faszinierend eine Geschichte mit einem Spannungbogen über Millionen und Milliarden Jahren zu lesen. Der Menschheit von heute zuzuschauen, die sich über hunderte und tausende und Millionen von Jahren entwickelt und sicher nicht nur zum guten. Wenn wie in “Sternenkinder” in einem bereits mehrere hunterttausend Jahre andauernden Krieg gegen die Xelee Millionen von Kindern nur dazu gezüchtet werden, um in Sekunden bei einem nutzlosen Angriff auf eine Xelee-Basis wie Insekten zu verglühen, ist dies völlige Normalität. Die Xelee als mächtige Überwesen, die sich überhaupt nicht um die Menschheit kümmern und gerade dadurch zum “Hauptfeind” der Menschheit werden, werden in den Büchern, die ich aus diesem Zyklus besitze wenn überhaupt nur am Rande beschrieben, meistens aus der Perspektive der Motte – der eines Menschen, selten aus der entrückten Perspektive eines Erzählers. Sie sind das ultimativ Böse, aber irgendwie auch das Gute, das einen Krieg von der verdorbenen Menschheit aufgezwungen bekommt. Bücher aus dem Xelee-Zyklus sind zum Beispiel: “Transzendenz“, “Vakuum-Diagramme“, “Sternenkinder“.