Hab heute mal das schlechte Wetter dazu genutzt, meinen Lieblings-Mp3-Player, Brenner und Musikverwaltungstool endlich mal dazu zu benutzen, wozu es Apple auf den Markt geworfen hat: zum Einkaufen von Musik.
Trotz dass iTunes als MP3 Player etc. wirklich richtig genial ist (einen Macintosh-Rechner zu besitzen, ist ja auch immer noch mein Traum) hatte ich doch Bedenken auch meine Musik dort einzukaufen. Das liegt einerseits natürlich daran, dass ich recht viel in Linux unterwegs bin und das verwendete Format bzw. das das Format umgebende DRM dort bisher nicht abspielbar ist. Andererseits habe ich auch Bedenken, dass ich mich damit an eine Firma binde. Was wenn ich die Dateien in 5 Jahren irgendwann mal wiederfinde und sie abspielen will? Wird das Format noch unterstützt? Gibt es Apple dann noch? Oder muss ich dann alles neu kaufen? Die Lizenzbedingungen von Apple sehen zwar vor, dass man die Dateien unbegrenzt als Audio-CDs brennen darf, aber so richtig traue ich diesem Braten bisher nicht.
Aber es sollte ja auch nur ein Test sein. Also den Music Store erstmal eingeschaltet (hatte die Funktion bisher ausgeschaltet, danke für dieses Feature Apple!) und ein bisschen geguckt. Zuerst bin ich mal auf dem US-Shop gelandet. Lag vermutlich aber daran, dass ich die englische Version habe. Also umgeschaltet und angefangen mich umzugucken. Auf den ersten Blick wirkt das Angebot sehr übersichtlich und extrem aufgeräumt (im positiven Sinne!). Ich habe aber auch nichts anderes von Apple erwartet, im Oberflächen designen waren sie schon immer gut. Die Bedienung ist kinderleicht, schnell klickt man sich durch die verschiedenen Genres und hört sich zu jedem Lied eine 30sekündige Preview in sehr guter (Original?) Qualität an. Es gibt zwar zu den einzelnen Alben nicht allzuviele Informationen (Name, Interpret, Erscheinungsdatum und Cover müssen genügen) aber immerhin, bisher kann man nichts schlechtes sagen.
Das Angebot ist bisher – wie auch schon andere bemerkt haben – aber leider sehr dünn, besonders im deutschsprachigen Bereich. Wollte mir eigentlich von den Sportfreunden Stiller den Song “Ich Roque” runterladen, aber nix da. Von der Gruppe gibts leider nur 2 ältere Alben aus 2002 und 2003.
Die Preise können dagegen auf voller Linie überzeugen. Einzelne Songs kosten generell 0,99 € und Alben jeweils 9,99 €. Mal schauen ob Apple diesen Preis auch auf lange Sicht halten kann, da es momentan wohl eher ein Dumping-Angebot ist. Die Musikindustrie und diverse Verwertungsgesellschaften waren bisher leider der Meinung die riesigen Einsparungen die sie durch den Download der Musik haben, nicht an die Kundschaft weiterzugeben.
Fürs kaufen muss man sich dann eine Apple ID zulegen (irgendwoher kennen wir das doch schon
), was aber direkt aus dem Programm heraus möglich ist und mit wenigen Klicks erledigt ist. Zum Bezahlen braucht man aber unbedingt eine Kreditkarte.
Da es “Ich Roque” wie gesagt nicht gab und ich beim Stöbern auch nichts direktes gefunden hab, wofür ich Geld ausgeben wollte (obwohl mir “Nevermind” von Nirvana schwer in der Nase lag), hab ich mich letztlich für einen Song aus dem Best Of von Boney M. entschieden: “Ma Baker”
Ja ihr habt richtig gehört. Geiler Song. Schöner Party Rhythmus
Nach kaufen und bestätigen steht der Song dann direkt in der Music Library mit allen Informationen und Cover zur Verfügung. Schön!
Fazit: Apple macht es den Kunden extrem leicht, sich die Musik, die man wirklich will, so einfach wie möglich über das Internet zu kaufen. Jeder, der überhaupt mit diesem Gedanken spielt und auf die Original CD verzichten kann, sollte sich iTunes auf jeden Fall mal anschauen. Durch die Brennmöglichkeit auf Audio CD muss man auch nicht allzuviel Einschränkungen hinnehmen, auch wenn natürlich das AAC Format, auf das Apple setzt, verlustbehaftet arbeitet und eine neuerliche MP3 Kompression wahrscheinlich schon mit grossen (Hör-) Einschränkungen versehen ist.
Die Bedienung des iTunes Music Store ist kinderleicht, die Preise ordentlich und das iTunes Programm selbst ist sowieso klasse, auch ohne Store. Mal schauen wenn es das Sportfreunde Stiller Album dort komplett zu kaufen gibt, überlege ich mir mal, ob ich mir das dort hole.
Ich hab das auch mal direkt nach dem Start getestest und war nicht so begeistert. Mittlerweile find ich es ok. Auf jeden Fall die einfachste Möglichkeit um an Musik zu kommen, die man noch nicht hat. Einziges Problem eben wirklich das relativ kleine Angebot an Liedern. Im US-Shop findet man wesentlich mehr aktuelles …
Aber wir dürfen hoffen, denn pro Woche werden in Deutschland schon mehr MP3s online verkauft als Singles über die Plattenläden verkauft werden … irgendjemand muss das Zeichen ja erkennen
Übrigens ist die Qualität der Hörprobe abhängig von der Auslastung des Music Stores. Es kann auch manchmal richtig grässlich klingen
http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,307109,00.html
14. Absatz (als Quelle für die dreißte Behauptung mit den Singles)
Zitat aus dem verlinkten Spiegel Artikel: “Davon profitieren auch die Plattenkonzerne: Von den 99 Cent, die Apple für einen Song nimmt, landen 69 Cent bei den Musikunternehmen.”
Wahnsinn!