Archiv für September, 2004

Nachtschicht

Na toll, da bastelt man stundenlang an seinem Weblog, ist fast fertig, die allerletzten Einstellungen müssen getan werden und kann dann endlich die ein runderneuertes Blog präsentieren, da gehen natürlich genau die letzten Einstellungen schief :(  Genau genommen hab ich grad meine Gallery geschreddert, man sieht es ja rechts an dieser tollen Fehlermeldung. Keine Ahnung warum und wieso das passiert ist, aber nun ist es bereits 3 Uhr in der früh und *darauf* hab ich jetzt keine Lust mehr, das neu zu machen.

Dann muss das Blog halt warten und ihr müsst euch noch bis morgen … nachher gedulden. Ich träum jetzt süss *gähn*

Achja und nach mehr als 3 Stunden Dauerberieselung durch "Mia – Stille Post" kann ich die Scheibe nun auswendig und nicht mehr hören :(

Lyssas Probleme mit der Post

Lyssa schreibt heute folgendes:

Heute morgen wollte ich nur ganz schnell einen einzigen Brief abschicken, hatte aber keine Briefmarken mehr im Haus und ging kurzentschlossen zur Post – mit 2,50 Euro in der Hosentasche. Ein schwerer Fehler. Denn seit neuestem bekommt man bei der Post die Briefmarken nur noch im Zehnerpack, also nicht für 2,50 Euro.
Beschwert man sich fassungslos darüber, erhält man ein müdes Schulterzucken und ein lapidar hingeworfenes ,,Befehl von oben” als Antwort. ,,Oben” ist natürlich nie eine greifbare Person, womöglich noch vor Ort in der Filiale, sondern immer nur ein amorphes Wesen, dem der Zorn der aufgebrachten, weil mit Kleingeld gestrandeten Kunden nichts anhaben kann. Deshalb nennt man dem Kunden vorsichtshalber auch keine Beschwerdestelle, würde ja eh nichts bringen.
Zum Glück hatte die Frau hinter mir in der Schlange mehr Geld dabei und die nötige Geistesgegenwart, gleich mehrere Zehnerpacks zu kaufen. Damit öffnete sie ihre eigene Filiale in der Filiale und verkaufte einzelne Briefmarken an genervte Kunden. Zumindest bis der Filialleiter sie wegen Störung des Betriebsablaufs vor die Tür setzte. Danach stellte sie sich vergnügt unters Vordach und fing die Kunden gleich vor der Tür ab.

Ich kann da echt nur den Kopf schütteln. Wie kann man als Unternehmen bloss so kundenunfreundlich sein? Nicht nur, dass der Postbote sich immer öfter das Klingeln und das Hochkommen in den 4. Stock spart, wenn er mal ein Päckchen für mich hat, kommt nun auch noch so was. Normalerweise würde ich ja sagen: “Pah! Geh ich halt zur Konkurrenz!” Aber die gibts ja nun leider noch nicht, zumindest im Briefbereich. Aber auch im Paketbereich reisst sich kein Anbieter die Beine raus. Oder habt ihr schonmal erlebt, dass der UPS Mann beim Bezahlen per Nachnahme genügend Wechselgeld hatte? Ausserdem kommen die alternativen Paketdienste immer zu den unmöglichsten Zeiten, sodass man 25 km bis zum nächsten Versandzentrum fahren muss.
Nene, viele Firmen haben ja mittlerweile durchaus gelernt, dass ein Kunde zwar nicht König ist, aber damit er wiederkommt, muss man sich anstrengen. Die Paketdienste inkl. Deutsche Post/DHL sind aber offenbar lernresistent.

Ob’s mir jemand glaubt?

Frickelsoftware

via “Almost virtual everything”

Jamba auf Japanisch

Wir alle wissen, dass Japaner ein verrücktes Völkchen sind, angefangen bei den Kamikaze Fliegern aus dem zweiten Weltkrieg bis hin zu den doch sehr diskussionswürdigen Eiscremespezialitäten aus dem Land der aufgehenden Sonne.
Ab heute wissen wir nun auch, dass es Jamba nicht nur auf VIVA und MTV gibt und wir somit den Untergang des Abendlands nicht allein feiern brauchen. Denn wie man hier lesen kann, ist in Japan ein Handy-Klingelton, der verspricht Brust-OPs überflüssig zu machen, der Hit überhaupt. Ja richtig gelesen, durch eine einzigartige subliminale (und bestimmt patent-geschützte) Technik soll es möglich sein, die weibliche Brust zu vergrössern. Keine OP, kein Messer, keine Schmerzen. Und ganz billig ist es auch noch: gerade mal 300 Yen (2,10 € ) muss man investieren und nach ein paar Wochen, darf Frau (oder Mann) sich über einen Busen in Doppel-D freuen.

Ich glaube ja, dass sich eher die Brieftaschen der Verkäufer vergrössern, bei 100.000 verkauften Klingeltönen ist das jedenfalls garantiert.

via glassdog

Jana

Ich hatte gerade einen sehr merkwürdigen Anruf … von einer Jana … kennt einer eine Jana? Ich jedenfalls nicht! Und sie kannte auch keinen Marco, jedenfalls keinen mit meinem Nachnamen … oder mit meiner Telefonnummer. Warum sie mich dann angerufen hat? Jemand hat ihr einen Zettel an das Auto geklemmt mit zwei Herzchen und dem Spruch “Ruf mich mal an … Marco.” Und meine Telefonnummer draufgeschrieben.

Äh hallo? :mregreen:

Jana klang sogar ganz nett, ist Ärztin und hat mit einem Marco studiert. Weshalb sie auch dachte, dass dieser jener welcher … ach egal. Jedenfalls kenne ich keine Jana und klemm auch keine Zettelchen unter fremde von Frauen gefahrene Autos. Oder sollte ich das vielleicht mal tun? Wie man sieht, lernt man so ganz einfach interessante Frauen kennen :D

Oder ist das vielleicht die neueste Marketingmasche? Mein Alter wollte sie nämlich auch wissen. Hmm … hat jemand schonmal ähnliche Erlebnisse gehabt?

schlaftrunken

Die letzten 2 Tage habe ich so schön fest und lang geschlafen und bin nicht vor 10 Uhr aufgestanden, aber pünktlich zum Wochenanfang müssen natürlich wieder ein paar Handwerker klopfen, bohren und hämmern. Zum Glück zwar nicht mehr in meiner Wohnung aber irgendwo im Haus gibts wohl immer noch was zu tun. :(
So war die Nacht nach kurzen 6 Stunden schon wieder vorbei … und ja ich hab Urlaub und ihr nicht :P

Mein erster Kommentarspam

Ich hab doch tatsächlich meinen allerersten Kommentarspam erhalten :-O Nun gehöre ich also auch zu diesen auserwählten, weltbekannten und bald die Weltherrschaft übernehmenden Blogs, die erst durch diese Besucher in diesen erlauchten Kreis aufgenommen werden :D
Der Spam ist zwar schon vom 4.9. aber ich hab ihn jetzt erst entdeckt, weil die entsprechende Mailbenachrichtigung (als erste Benachrichtigung überhaupt) vom Spamfilter gefressen wurde :)

Spampost

Habe heute einen Brief der “Schober Information Group” (www .schober.de) erhalten. Ich soll an einer Konsumentenbefragung teilnehmen, “die das Kaufverhalten und die Kaufgewohnheiten von Personen und Familien untersucht”. Wer sich an gewöhnliche Spammails aus seiner Mailbox erinnert fühlt, liegt genau richtig, nur dass hier die Formulierung in einem ordentlichen Hochdeutsch gehalten ist und einem nicht “f*u*c*k* my daughter” aus der Betreff-Zeile entegegenschreit.
Dank des Internets war diese sogenannte Umfrage auch schnell als billige Datensammelmethode enttarnt, wie man in Zornos Marketing Tagebuch nachlesen kann.

Die Fragen der Umfrage sind aber recht witzig, mal ein paar Beispiele:
“Werden in Ihrem Haushalt regelmässig Damenhygiene-Produkte verwendet?”
“Wie verhüten Sie bzw. Ihr Partner? Pille, Spirale, andere Methode, gar nicht?” Kondome werden wohl zu selten benutzt, um das abzufragen …
“Haben Sie im Zweiten Weltkrieg Angehörige verloren?”
“Beabsichtigen Sie zu heiraten? 2004, 1. HJ 05, 2. HJ 05, nein?”
“Wie hoch ist das monatliche Nettoeinkommen?”

Dazu noch Pflichtangaben zu E-Mailadresse, Handy- und Telefonnummer, Name und Geburtsdatum aller Familienmitglieder … also den kompletten Datenstriptease.

Wer diese Umfrage freiwillig ausfüllt, kann sich schonmal einen zweiten Briefkasten anschaffen, weil der vorhandene überquellen wird …

GNOME – Eine Erfahrung reicher

Ich hab die letzten Tage (schon wieder) eine neue Linux Distribution getestet: Ubuntu Linux. Der Name beruht auf irgendeiner afrikanischen Sprache und ist auch nicht weiter wichtig.
Mal abgesehen davon, dass es in dieser Distribution den root Account nicht gibt und man (und potenzielle Angreifer) sich somit auch nicht als root anmelden kann und somit alles über sudo läuft, ist der wesentliche Unterschied dieser Distribution für mich, dass man ausschliesslich auf GNOME als unterstützten Window Manager setzt. Natürlich kann man sich jeden anderen Window Manager selbst installieren, als Debian Abkömmling geht das unter Ubuntu gewohnt einfach mittels apt-get, aber nach der Installation ist allein GNOME installiert und vorkonfiguriert.
Nun bin ich zwar ein Freund von möglichst schlanken und gut durchdachten Oberflächen – ’smooth’ muss es sein – aber ich habe in der Vergangenheit eher schlechte Erfahrungen mit GNOME gemacht und das fast so schlecht wie Motif aussehende GTK1, jagt mir immer noch einen Schauer über den Rücken. So waren die Vorraussetzungen denkbar schlecht.
Um es vorwegzunehmen: ganz so schlecht wie meine Vorurteile war GNOME nicht, aber es hat mich wirklich nicht vom Hocker gerissen.
Im Gegensatz zu KDE merkt man GNOME an, dass es einen anderen Weg geht. Während man bei KDE manchmal ob der vielen Schalter, Knöpfchen und Icons geradezu erschlagen wird, versucht GNOME dies dem Nutzer möglichst abzunehmen. Es gibt zwar 2 Einstellungsmenüs nach dem ersten Anmelden, aber wirklich viel ändern kann man nicht. Allerdings muss man dabei bedenken, dass GNOME bei weitem nicht so integriert wie KDE ist und viele Programme ihre eigenen Einstellungen und Konfigurationen mitbringen, allen voran die Proxy Einstellung. Wenn man einen Proxy in GNOME einstellt, wird der noch lange nicht in den – quasi offiziellen – Browser Mozilla/Firefox übernommen (ja ich weiss es gibt Epiphany, aber das ist nicht der Punkt).
Als erstes hab ich dann gleich mal den – für mich unter Linux neuen – Mechanismus getestet, der dafür sorgt, dass neu eingelegte Medien (CDROM, Usb-Stick, CD-Rohlinge) automatisch gemountet werden und das passende Programm dafür startet. Während dies wirklich gut funktioniert hat, aber eigentlich kein GNOME Feature ist, bin ich auf das CD Brennprogramm von Nautilus, dem Datei-Manager von GNOME gestossen. Und wurde riesig enttäuscht. Während ich zumindest noch bei den Einstellungen den Minimalismus der GNOME Entwickler nachvollziehen kann, kann ich es bei Features nicht: hinzugefügte Dateien werden anscheinend immer von ihrem Originalort in ein (anscheinend) temporäres ISO Image kopiert. Da die Dateien auf einem Samba Share lagen, hätte es entsprechend lange gedauert die zuerst auf die lokale Platte zu kopieren und dann auf die CD. Während man dies vielleicht noch auf das verwendete cdrecord schieben kann – keine Ahnung wie das unter k3b/kde gelöst ist – bin ich wirklich sauer, dass die GNOME Entwickler meinen für den User denken zu müssen. Es ist nämlich nicht möglich einfach so eine CD-RW zu löschen, da Nautilus das löschen erst dann automatisch macht, wenn eine CD-RW beschrieben werden soll. Offensichtlich halten die GNOME Macher die User für zu blöd, dieses Feature sinnvoll zu bedienen. Mal schnell die CD zu löschen ist nicht möglich.
Leider hab ich ähnliche Dinge an vielen Stellen innerhalb von GNOME gefunden. Zum Beispiel habe ich keine Möglichkeit gefunden, Samba Shares im Dateibaum zu mounten, nur innerhalb GNOMEs konnten die Anwendungen darauf zugreifen, ausserhalb GNOMEs standen diese Shares leider nicht zur Verfügung. Auch eine Einstellmöglichkeit, dass nicht für jedes Verzeichnis, dass ich geöffnet habe automatisch ein neues Fenster aufgeht – Windows ist leider standardmässig auch so verwirrend eingestellt – habe ich nicht gefunden.
Den Vogel schoss aber die “Registry” von GNOME ab. GNOME beruht ähnlich wie Windows auf einer zentralen Binär-Datenbank, in der praktisch alle Einstellungen gemacht werden. Auch ein “regedit” gibt es: gconf. Während in der Unix-Welt wie auch bei KDE sonst eher normale Text-Dateien Verwendung finden, gibt es nun also eine Registry. Im Prinzip spricht nichts dagegen, allerdings sind mir Textdateien lieber, da man auch im Notfall dort schnell Änderungen durchführen kann. Warum hat das Teil nun den Vogel abgeschossen? Nun, ich wollte in das GNOME Panel ein Applet integrieren, das mir die Anzahl der ungelesenen Nachrichten in meiner IMAP Mailbox anzeigen sollte. Nun ist mein IMAP Server nur per SSL erreichbar, leider hat sich das Applett daran wohl gründlich verschluckt. Jedenfalls waren ab diesem Zeitpunkt keine GNOME Panels mehr ansprechbar, kein Panel hat auf irgendwelche Eingaben (Tastendrücke, Mausklicks) mehr reagiert. Auch Neustarts halfen nichs. Da dies auch bei KDE häufiger passierte, dachte ich, dass ich einfach die GNOME Ordner im Home-Verzeichnis löschen muss und alles ist wieder auf Standard, also auch das Applet weg. Leider jedoch brachte das Löschen dieser Ordner (.gnome, .gnome2, .gconf, .gconfd) überhaupt nichts. Meine Einstellungen wurden ganz offensichlich nicht in meinem Homeverzeichnis gespeichert, sondern irgendwo anders in der GNOME Registry. Mittels gconf konnte ich auch weiterhin diese Einstellungen abrufen.

Als absoluter GNOME Newbie konnte ich mich nur mit einer Neuinstallation behelfen … ja ich schäme mich dafür 8-) (einfach einen neuen User anzulegen, hat wegen Ubuntu selbst ein paar Schwierigkeiten mit sich gebracht)

Zusammenfassend kann ich sagen, dass ich auch weiterhin die Finger von GNOME lasse. Minimalismus hin oder her … irgendwie fühle ich mich bei GNOME in meiner Freiheit, etwas so bedienen zu wollen wie ich das will und nicht wie es die Entwickler vorsehen, eingeschränkt. Und wirklich gut aussehen tut GTK/GNOME immer noch nicht, trotz der moderneren Optik von GTK2 und einer guten Anzahl mitgelieferter Themes.
Fazit: Den Window Manager, bei dem mir wirklich alles gefällt, gibt es weiterhin nicht. Kann nicht einer mal eine Mischung aus WindowMaker, Xfce und KDE schreiben? ;-)

Equilibrium

Filmposter: Equilibrium “1984″ meets “The Matrix” – so könnte man “Equilibrium” aus dem Jahr 2002 auch betiteln.

Nachdem die Menschheit auch den 3. Weltkrieg lebend überstanden hat, ist man der Meinung die Wurzel allen Übels ausrotten zu müssen, die Quelle dessen, das die menschliche Unmenschlichkeit ausmacht: die Gefühle. Deshalb wird alles was Gefühle auslöst verboten: Kunst, Filme, Bücher, etc. Ausserdem laufen die Menschen nicht nur rum wie auf Drogen, sie sind es auch: Prozium, eine Droge die Menschen zu gefühl- und willenlosen Robotern macht.
Aber Gallien ist überall und so sind es nicht alle Menschen, die unter der Kontrolle des “Vaters” (= dem grossen Bruder, “Big Brother”) stehen: eine kleine Widerstandsbewegung wagt es tatsächlich Musik zu hören und Bilder zu betrachten. Um diese zu bekämpfen und auszurotten gibt es die “Grammaton Cleric” eine quasi-religiöse Sekte, die menschliche Kampfroboter trainiert, um den Widerstand zu brechen. Doch was, wenn einer dieser “Clerics” plötzlich anfängt zu fühlen und die Unmenschlichkeit dieses System zu begreifen beginnt?

Vom Anspruch her kann man Equilibrium sicher mit solch Klassikern wie “1984″ oder “Fahrenheit 451″ vergleichen. Leider jedoch wurde dieser Film in der Nach-Matrix-Ära produziert, was man dem Film deutlich anmerkt: schwarze Ledermäntel, Kämpfe in Zeitlupe, coole Kamerafahrten, krasse Kung-Fu-Kämpfe. Alles was Matrix ausmacht, kopiert dieser Film perfekt. Leider jedoch passt der Anspruch der durch Bezüge wie zu “1984″ entsteht, absolut nicht zur zelebrierten Gewalt, zum Tode in Zeitlupe. So entsteht ein ungutes Gefühl, wenn der Film einerseits auf die Freiheit des einzelnen mahnt, aber andererseits lt. imdb den höchsten Bodycount (=getötete Menschen) in einem Nicht-Kriegsfilm hat: 236 Leichen.

Wenn man “Equilibrium” ausschliesslich als gute Unterhaltung sieht, mag man seinen Spass an einem recht durchschnittlichen Action-Film haben. Aber den Anspruch den der Film auch an sich selbst stellt, wird bei weitem nicht erreicht. Für den Sozialkunde-Unterricht bleibt also wie bisher weiterhin nur die Auswahl zwischen “1984″ und “Fahrenheit 451″ ;-)