Equilibrium

[singlepic id=158 w= h= float=right]“1984″ meets “The Matrix” – so könnte man “Equilibrium” aus dem Jahr 2002 auch betiteln.

Nachdem die Menschheit auch den 3. Weltkrieg lebend überstanden hat, ist man der Meinung die Wurzel allen Übels ausrotten zu müssen, die Quelle dessen, das die menschliche Unmenschlichkeit ausmacht: die Gefühle. Deshalb wird alles was Gefühle auslöst verboten: Kunst, Filme, Bücher, etc. Ausserdem laufen die Menschen nicht nur rum wie auf Drogen, sie sind es auch: Prozium, eine Droge die Menschen zu gefühl- und willenlosen Robotern macht.
Aber Gallien ist überall und so sind es nicht alle Menschen, die unter der Kontrolle des “Vaters” (= dem grossen Bruder, “Big Brother”) stehen: eine kleine Widerstandsbewegung wagt es tatsächlich Musik zu hören und Bilder zu betrachten. Um diese zu bekämpfen und auszurotten gibt es die “Grammaton Cleric” eine quasi-religiöse Sekte, die menschliche Kampfroboter trainiert, um den Widerstand zu brechen. Doch was, wenn einer dieser “Clerics” plötzlich anfängt zu fühlen und die Unmenschlichkeit dieses System zu begreifen beginnt?

Vom Anspruch her kann man Equilibrium sicher mit solch Klassikern wie “1984″ oder “Fahrenheit 451″ vergleichen. Leider jedoch wurde dieser Film in der Nach-Matrix-Ära produziert, was man dem Film deutlich anmerkt: schwarze Ledermäntel, Kämpfe in Zeitlupe, coole Kamerafahrten, krasse Kung-Fu-Kämpfe. Alles was Matrix ausmacht, kopiert dieser Film perfekt. Leider jedoch passt der Anspruch der durch Bezüge wie zu “1984″ entsteht, absolut nicht zur zelebrierten Gewalt, zum Tode in Zeitlupe. So entsteht ein ungutes Gefühl, wenn der Film einerseits auf die Freiheit des einzelnen mahnt, aber andererseits lt. imdb den höchsten Bodycount (=getötete Menschen) in einem Nicht-Kriegsfilm hat: 236 Leichen.

Wenn man “Equilibrium” ausschliesslich als gute Unterhaltung sieht, mag man seinen Spass an einem recht durchschnittlichen Action-Film haben. Aber den Anspruch den der Film auch an sich selbst stellt, wird bei weitem nicht erreicht. Für den Sozialkunde-Unterricht bleibt also wie bisher weiterhin nur die Auswahl zwischen “1984″ und “Fahrenheit 451″ ;-)

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