Lyssas Probleme mit der Post
Lyssa schreibt heute folgendes:
Heute morgen wollte ich nur ganz schnell einen einzigen Brief abschicken, hatte aber keine Briefmarken mehr im Haus und ging kurzentschlossen zur Post – mit 2,50 Euro in der Hosentasche. Ein schwerer Fehler. Denn seit neuestem bekommt man bei der Post die Briefmarken nur noch im Zehnerpack, also nicht für 2,50 Euro.
Beschwert man sich fassungslos darüber, erhält man ein müdes Schulterzucken und ein lapidar hingeworfenes ,,Befehl von oben” als Antwort. ,,Oben” ist natürlich nie eine greifbare Person, womöglich noch vor Ort in der Filiale, sondern immer nur ein amorphes Wesen, dem der Zorn der aufgebrachten, weil mit Kleingeld gestrandeten Kunden nichts anhaben kann. Deshalb nennt man dem Kunden vorsichtshalber auch keine Beschwerdestelle, würde ja eh nichts bringen.
Zum Glück hatte die Frau hinter mir in der Schlange mehr Geld dabei und die nötige Geistesgegenwart, gleich mehrere Zehnerpacks zu kaufen. Damit öffnete sie ihre eigene Filiale in der Filiale und verkaufte einzelne Briefmarken an genervte Kunden. Zumindest bis der Filialleiter sie wegen Störung des Betriebsablaufs vor die Tür setzte. Danach stellte sie sich vergnügt unters Vordach und fing die Kunden gleich vor der Tür ab.
Ich kann da echt nur den Kopf schütteln. Wie kann man als Unternehmen bloss so kundenunfreundlich sein? Nicht nur, dass der Postbote sich immer öfter das Klingeln und das Hochkommen in den 4. Stock spart, wenn er mal ein Päckchen für mich hat, kommt nun auch noch so was. Normalerweise würde ich ja sagen: “Pah! Geh ich halt zur Konkurrenz!” Aber die gibts ja nun leider noch nicht, zumindest im Briefbereich. Aber auch im Paketbereich reisst sich kein Anbieter die Beine raus. Oder habt ihr schonmal erlebt, dass der UPS Mann beim Bezahlen per Nachnahme genügend Wechselgeld hatte? Ausserdem kommen die alternativen Paketdienste immer zu den unmöglichsten Zeiten, sodass man 25 km bis zum nächsten Versandzentrum fahren muss.
Nene, viele Firmen haben ja mittlerweile durchaus gelernt, dass ein Kunde zwar nicht König ist, aber damit er wiederkommt, muss man sich anstrengen. Die Paketdienste inkl. Deutsche Post/DHL sind aber offenbar lernresistent.
This entry was posted on Mittwoch, 29. September 2004 at 20:04. You can follow any responses to this entry through the RSS 2.0 feed.
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