Super Size Me

[singlepic id=155 w= h= float=right]Bei mir ist grad mal wieder Filmzeit ausgebrochen, nächstes Opfer war “Super Size Me” von Morgan Spurlock.
Kurz zum Inhalt: Morgan Spurlock ist freier Filmregisseur, Produzent und Hauptdarsteller und hat ein Vorbild: Michael Moore. Und weil dieser momentan auf der Erfolgswelle schwimmt, wollte er unbedingt auch einen polemischen Dokumentarfilm drehen und das grosse Geld verdienen. Also beschliesst er einfach mal 30 Tage sich ausschliesslich von McDonalds zu ernähren: Frühstück, Mittag und Abendbrot. Er muss das gesamte Menü durchfuttern und wenn ihm die – amerika-typischen – Super-Size Menüs angeboten werden, muss er die immer nehmen.
Das klingt jetzt vielleicht ein wenig zynisch, soll aber nur deutlich machen, in welchem Stil diese durchaus unterhaltsame Doku geht. Spurlock hat zweifellos einiges bei Moore abgeschaut, aber wenigstens hat er gut geklaut. Im Prinzip erfahren Europäer in dem Film nichts neues: McDonalds-Essen ist vollkommen überzuckert, zu fett, zu teuer, aber vielen Menschen schmeckt es trotzdem. Und wenn wir Spurlock bei seinem ersten Super-Size Menü beim Kotzen zusehen können, dann kommt das richtig eklig rüber.
Spurlocks Experiment wird von mehreren Ärzten begleitet, die ihm am Anfang eine fabelhafte Gesundheit bescheinigen, aber je mehr Zucker und Fett Spurlock zu sich nimmt, desto mehr warnen ihn die Ärzte sein Experiment abzubrechen. Kein Wunder, hat er doch insgesamt 13 kg zugenommen und kiloweise Zucker zu sich genommen – angeblich so viel Zucker wie andere Menschen innerhalb 8 Jahren essen. Die Einstellung am Ende wieviel Zucker das tatsächlich ist, ist wirklich beeindruckend.
Zwischendurch zeigt der Film immer wieder den Zustand der amerikansichen Nation: übergewichtig, überzuckert und bewegungarm. Sehr erstaunlich fand ich auch die Qualität der Schulspeisung: Convenience food aller Orten, dazu gezuckerte Limo, Chips und Schokoriegel. Wohl gemerkt, das ist die offizielle Schulspeisung, also nicht das, was die Kinder und Jugendlichen im Supermarkt nebenan kaufen.
Wie gesagt, wirklich neues kann der Film nicht bieten, sieht man mal von bestimmten amerikanischen Alltagsgewohnheiten ab, über die Europäer nur den Kopf schütteln können. Aber Spurlock hat ein Gespür altbekannte Tatsachen unterhaltsam rüberzubringen. Ich jedenfalls werde McDonalds auch weiterhin links liegen lassen und kann jetzt sogar sagen, warum, wieso und weshalb. Auch wenn es schmeckt, muss es nicht gut sein.
Übrigens hat McDonalds vier Monate nach Erscheinen des Films, die Super Size Menüs in den USA abgeschafft. Angeblich hat diese Entscheidung nichts mit dem Film zu tun.

PS: Folgende Filme warten noch auf ein Review: Mean Girls, Sexy Beast, Troy (Troja), Hellboy und Immortel

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