Eine typische amerikanische Vorstadt. Weisse Reihenhäuser, grüne Gärten, glückliche Familien. Der Mann verlässt früh morgens in Anzug und Krawatte sein Haus während die glückliche Frau auf die artigen Kinder aufpasst und putzt und … einfach glücklich ist. Alles könnte so schön sein. Auch Mary Alice Young dachte sie wäre glücklich, doch in den ersten Minuten der ersten Folge von “Desperate Housewives” (imdb) schiesst sie sich selbst mit einem Revolver in den Kopf.
Zunächst kann niemand der Nachbarn in der “Wisteria Lane” nachvollziehen warum sie dies getan hat. Doch nach und nach bekommt die Fassade dieser typischen Strasse in einer typischen Vorstadt immer mehr Risse. Da ist z.B. Susan Mayer (gespielt von Teri Hatcher, bekannt aus “Superman”), die von ihrem Mann mit ihrer Tochter für eine Jüngere sitzen gelassen wurde und die von ihrer jugendlichen Tochter Tips für ihr Liebesleben und Dates mit Männern bekommt. Da ist Bree Van De Kamp (Marcia Cross), die ein in jeder Hinsicht perfektes Leben führt, eine perfekte Familie hat und jeden Abend ein perfektes High Cuisine Menü serviert. Selbst als ihr Mann sich wegen ihrer Perfektheit scheiden lassen will, packt sie ihm noch die Koffer. Da ist Gabrielle Solis (Eva Longoria), die ihren Mann nur wegen des Geldes geheiratet hat und ihn wegen seines Geldes mit dem jungen knackigen Gärtner betrügt. Aber ganz besonders ist da auch der Mann der Toten: Paul Young (Mark Moses), der nach ihrer Beerdigung etwas aus dem Pool ausgräbt und heimlich in einem See versenkt. Und nicht zu vergessen Mike Delfino (James Denton), ein neu hinzugezogener Nachbar, der von allen Frauen und ganz besonders Susan Mayer angehimmelt wird, aber doch ein dunkles Geheimnis hat. Aber die Frage, die über allem schwebt: Warum hat sich Mary Alice Young umgebracht?
“Desperate Housewives” ist eine neue Serie, die im September auf ABC angelaufen ist und – man höre und staune – schon jetzt in Deutschland auf Premiere im Originalton läuft (wie auch “Lost”). Nach den ersten beiden Folgen kann ich schon sagen, dass das ein richtiges Highlight ist. Selten sieht man amerikanische Serien mit schwarzem Humor, diese hat davon jedenfalls reichlich. Ganz sicher nicht zu vergleichen mit dem ur-britischem “Black Adder”, aber wie das glückliche Leben in einer amerikansichen Vorstadt aufs Korn genommen wird und die Fassade langsam aber sicher immer mehr bröckelt, ist einfach kurzweilig anzusehen.
Wer Premiere hat, sollte auf jeden Fall einschalten. Alle anderen verpassen was.
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