Frauen bei der Bundeswehr … äh … Arcor

Mein Nachbar über mir heisst D., Herr D. Er ist ein älterer netter Mann, der zwar ein bisschen schwerhörig ist, aber mit dem man auf dem Flur immer gerne mal ein bisschen schnackselt. Gestern hat er mich um Hilfe gebeten, es ging um seinen Arcor Preselection Anschluss. Er wusste zwar nichts mit dem Begriff Preselection anzufangen, aber es stand da, auf der Mahnung.
Er erzählte mir, dass er niemanden mehr anrufen kann und wenn er es versucht kommt immer nur eine Ansage: “Dieser Anschluss ist vorübergehend nicht erreichbar”. Zunächst dachte ich daran, dass da ein Problem bei Arcor besteht, zumal er grad mal nur die 1. Mahnung bekommen hatte. 2 Stunden später steht er jedoch wieder vor der Tür und meint, er hätte gerade einen Anruf bekommen und man hätte ihm gesagt, dass jetzt alles wieder geht. Leider war dem nicht so. Ausgehende Gespräche gingen weiterhin nicht, dafür stellte sich heraus, dass ankommende Gespräche sehr wohl gingen. Also war der Anschluss wohl doch schon gesperrt.

Jetzt stellte sich auch heraus, dass die Mahnung die er mir zeigte, schon einen Monat alt war und die 2. Mahnung auf der Bank geblieben war, weil die Bankangestellten für ihn die Überweisung machen wollten. Ich dachte noch bei mir: “Soso, Bankangestellte überweisen selbständig das Geld ihrer Kunden” als Herr D. mich bat, doch mal bei Arcor anzurufen. Schliesslich hätte er vor wenigen Stunden das Geld überwiesen und jetzt müsste der Telefonanschluss doch wieder funktionieren. Dass ein deutsches Telekommunnikations- unternehmen geschweige denn eine Bank jemals so schnell arbeiten wird, bezweifle ich doch sehr. Trotzdem mal die Arcor-Kundenbetreuung anrufen und an dem menügeführten Ansagesystem von Arcor beinahe verzweifeln: “Telefon gesperrt” läuft ja fast unter “technische Probleme” also die 2 und die 5 gedrückt oder so ähnlich und dann noch 1 Minute in der Warteschleife verbracht. Ging ja schnell. Nachdem die einsilbige Arcor-Kundenbetreuerin sich mein Problem angehört hatte und sich das mal genauer ansehen sollte, kam in einem barschen und befehlsgewohnten Tonfall die Frage: “Passwort für den Anschluss?” Hmm ich war etwas perplex ob des Kommandos und mir und Herr D. waren kein solches Passwort bekannt. Die Frau Feldwebel … äh … Kundenbetreuerin kannte darauf nur eine schickalhafte Antwort: “Dann kann ich Ihnen nicht weiterhelfen!” und ich sah sie in Zeitlupe schon das Gespräch beenden. Nach einer gestammelten Erklärung, dass Herr D. alt ist und aus gesundheitlichen Gründen ein Telefon braucht und der angemahnte Betrag ja schon überwiesen ist, zwang sich Fr. Kundenbetreuerin sogar noch zu einem Tipp durch: “Versuchen Sie mal die Vorwahl der Telekom, die müsste noch funktionieren.”
Damit begnügte ich mich und probierte es sogleich aus: Die Call-By-Call Telekom Vorwahl 01033 funktionierte tatsächlich noch und Hr. D. ward geholfen.

Was er aber das nächste Mal macht, wenn er die Hilfe der Kundenbetreuung benötigt, wage ich mir aber nicht vorzustellen.

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