Willkommen im (neuen) Leben
So nun ist es geschafft. Ich habe endlich mein altes WordPress Blog abgeschafft und bin auf Serendipity umgestiegen. Nachdem ich ja eigentlich schon gestern Nacht den Umstieg machen wollte, hat es nun doch noch mal 24 Stunden länger gedauert. Es ist zwar noch nicht alles 100%ig fertig, aber nun will ich erstmal feiern. Gratulationen (und natürlich auch Kritik) werden gerne entgegengenommen.
Die Gründe für den Umstieg
WordPress hat ganz klar seine Vorteile wenn es um schnelle Installation und schnelles Hacken von kleinen Spezialfeatures geht. Nach den Querelen um MovableType im Mai und dem nachfolgenden Hype um WordPress ist es leider recht ruhig um die Entwicklung von WordPress geworden. Seit dem Release von Version 1.2 am 22. Mai bastelt man nun schon an der Version 1.3. Vermutlich ist das auch Ausdruck dessen, was man sich mit den Vorteilen von WP erkauft: es ist ein Hackersystem, das zwar grundsätzlich schnell läuft, aber durch grundsätzliche Designschwächen danach schwer zu warten ist. Angefangen damit, dass Design und Programmlogik in einer einzigen Datei (index.php) zusammengeworfen werden, bis dahin, dass der Code – zumindest für mich – nicht gut durchdacht aussieht. Von moderner Objektorientierung keine Spur. Dazu kamen immer wieder nervige Bugs die nie richtig behoben wurden, bei mir waren es beispielsweise die Pings und Trackbacks, die nie funktionierten, egal welche Bugfixes ich vornahm.
Dazu kam dann noch, dass mir mein eigenes selbstentworfenes Design immer mehr zum – bäh – vorkam, mir gefiel es überhaupt nicht mehr. Aber eigentlich hatte ich keine Lust, mein Design aus der index.php von WP wieder rauszupfriemeln und ein fremdes zu benutzen. Meine Beziehung zu WP hatte dafür zu deutlich gelitten. Es blieb nichts anderes als die Scheidung.
Die Neue
Es gibt ja mittlerweile viel Auswahl auf dem Blog-Markt, auch kommerzielle wie die ExpressionEngine. Als ich damals von meinem alten b2/cafelog auf WordPress umgestiegen bin, hatte ich schonmal den Markt sondiert und bin auch auf serendipity (abgekürzt s9y) gestossen. Durch den Hype damals hab ich mich aber für WordPress entschieden gehabt.
Serendipity hat alles was WP auch hat und zusätzlich viel was ich vermisst habe: einfache Installation, viele Features, gut geschriebener Programmcode. Bei s9y ist die Programmlogik grundsätzlich vom Design getrennt. Die zentrale index.php enthält z.B. nicht ein Stück HTML-Code. Stattdessen enthält jedes Theme – es sind genügend im Lieferumfang enthalten, man kan sich aber mehr runterladen – eine eigene PHP Datei, die für das Layout verantwortlich ist. So ist erstens auch bei einem Update gewährleistet, dass eigene Änderungen am Layout nicht verloren gehen bzw. Probleme verursachen und zweitens kann ein Theme auch grössere Änderungen am Design vornehmen, ganze Steuerelemente von denen die Entwickler von s9y nichts ahnen konnten, sind so möglich.
Zusätzlich glänzt es es mit Detailfeatures bei denen WP blass wird: ausgefeilte Spamschutzfeatures (z.B. sogenannte Captchas bei Kommentaren, ausgedehnte Kommentarmoderationsfunktionen etc.), eine integrierte Mediendatenbank und – falls gewünscht – ein WYSIWYG HTML Editor beim Verfassen von neuen Beiträgen. Bei mir funktioniert der zwar nicht im Firefox, aber ich brauch ihn ja eh nicht ![]()
Zum Schluss noch ein Wort zu den Plugins: es gibt viele Plugins die schon mitgeliefert werden, diverse Textformatierungen, Sidebar Plugins für unterschiedlichste Zwecke. Hier merkt man auch gleich den Vorteil von objektorientiertem Programmieren: alle Plugins werden als eigene Klassen (objektorientiert!) realisiert, die sich an verschiedene Events anhängen (Hook) können. Das ist denkbar einfach und verstehe selbst ich: habe heute nämlich im Laufe des Tages zwei Plugins selbst geschrieben:
- Spamcounter – die Anzeige rechts wieviel Spam Mail mich erreichten. Die Idee habe ich von meinem alten WP-Plugin übernommen.
- StaticPage – beruhend auf einer Idee von Garvin in einem Forumsposting, ist es mir spielend gelungen, eine Static Page Erweiterung für meine Über mich Seite zu schreiben. Mal schauen, ob man das nicht in Zukunft auch gleich mit ausliefern kann.
Startschwierigkeiten
Sicher hat auch s9y seine Bugs, schliesslich ist man auch erst bei Version 0.7beta3 angekommen. Und zwei Features aus dem alten Blog konnte ich auch noch nicht übernehmen. Zum einen wäre da das Zufallsfoto, das ich gern übernehmen würde. Leider scheint es da aber Inkompatibilitäten zu geben, sodass das bisher nicht geht. Ausserdem gehen meine alten Permalinks nicht mehr, stattdessen hab ich es erstmal so eingerichtet, dass statt des angeforderten Links immer die Startseite geladen wird. Mal schauen, ob man da noch was machen kann.
Das grösste Problem von s9y ist aber sicherlich, dass es momentan noch recht klein ist. Die Entwickler im Forum sind zwar recht bemüht, aber bisher ist die Community einfach noch nicht gross genug. Schade eigentlich, s9y ist wirklich sehr mächtig und hätte es verdient, von viel mehr Leuten eingesetzt zu werden. Wenigstens einen mehr haben sie jetzt aber schon
Danksagungen
Ganz grossen Dank muss ich an dieser Stelle an Garvin sagen. Ohne dich wäre s9y nicht das, was es ist. Und dein Einsatz als Helfer im Forum ist einfach super! Deshalb reisst dein London-Urlaub dort auch grosse Lücken ![]()
Und damit will ich diesen länglichen Artikel nun endlich beenden. Schreibt mir einfach mal, was ihr davon haltet. Danke!
PS: jetzt zum Schluss fällt mir ein, dass ich noch was vergessen hab beim Umstellen. Die alten Kommentare, die ich übernommen habe, haben alle noch falsche Datumsangaben. Muss ich morgen … grrr … nachher noch ändern.
6 Kommentare to “ Willkommen im (neuen) Leben ”