Kennt jemand den Film “Quiz Show”? Da ging es darum, wie die Produzenten in den 50er Jahren Antworten zu einer Quiz Show einem Kandidaten vorher gaben, damit dieser als allwissender Held die Einschaltquoten nach oben treibt.
Dass das natürlich Betrug am Zuschauer ist und Mami einen immer davor gewarnt hat, dass Lügen kurze Beine haben, dürfte klar sein.
Was aber wenn ein pfiffiger Zuschauer, das Spiel hintergeht, indem er so eine Art “Reverse Engineering” macht? Für alle Nicht-Freaks: Reverse-Engineering heisst – grob vereinfacht – dass Firma Shen-Ho aus Shanghei sich in Deutschland im Real einen Toaster von AEG kauft, diesen in der chinesischen Garage auseinanderbaut, sich das Innenleben anschaut und dann in Eigenregie neu zusammenbaut.
So ähnlich hat es 1984 Michael Larsen gemacht. Dieser hat im US-TV bei der Spielshow “Press your luck” bei dem man im richtigen Moment einen Bumper drücken musste, um zu gewinnen, den Algorithmus bemerkt, in dem der Spielmarker (hier wohl Leuchtfelder) aufgeleuchtet hat. Das ist so ähnlich, wie wenn man einen Text verschlüsselt und der Hacker anhand des verschlüsselten Textes, erkennen kann, wie der Schlüssel aussieht.
Jedenfalls hat der gewisse Michael Larsen, durch stundenlanges Schauen dieser Show, ein System entwickelt, um immer auf den richtigen Feldern zu landen. Danach war es nur noch ein Leichtes als Teilnehmer dort zu landen und die Sendezeit der Show zu sprengen. Die Regeln waren nämlich simpel: du darfst so lange spielen, wie du nicht verlierst oder dein Spielrecht abgibst. Als jemand der das System kannte, spielte Michael unentwegt. Sogar so lange, dass beim späteren Ausstrahlen der Show eine künstliche Pause hineineditiert wurde, weil die Sendezeit nicht ausreichte.
Am Ende kamen so mehr als 100.000$ zusammen, die er sogar behalten durfte. Denn rein technisch hatte er ja nicht betrogen. Nachdem Michael das Geheimnis seines Erfolges mitgeteilt hatte, wurden die insgesamt 6 Möglichkeiten, in der die Leuchtfelder aufleuchteten, immerhin um 16 weitere erweitert. Nachfolgende Kandidaten, die ihr Glück ebenfalls auf diese Weise versuchten, war somit kein Glück mehr beschieden.
Die ganze Story gibts übrigens hier: Michael Larsen
Interessant ist übrigens auch zu lesen, wie er das Geld wieder verloren hat: 40.000 Dollar in 1-Dollar-Scheinen sind ihm aus seiner Wohnung gestohlen und das restliche Geld bei einem verunglückten Investment. Beides noch bevor die Sendung überhaupt ausgestrahlt wurde :-O
Mich erinnert die Story auch an die BBC-Dokumentation “Mit Blackjack zum Millionär” vor einer Weile auf VOX, in der es um professionelles Karten zählen beim Blackjack ging. Durch Wahrscheinlichkeitsrechnung, Karten zählen und geschicktes Setzen von Einsätzen ist es wohl möglich, in jedem Fall mehr zu gewinnen als man eingesetzt hat. Wie das geht, steht sogar in der englischen Wikipedia beschrieben.
Beim Blackjack wird schon seit sehr langer Zeit ein Endlosspiel verwendet. Kartenzählen ist so nicht mehr möglich. Würde man aber mit normalen Rommekarten spielen würde das ja doch recht einfach sein …
Allerdings gibt es Möglichkeiten beim Roulette seine Chancen zu erhöhen, d.h. falls der Croupier immer gleich wirft (deshalb werden sie alle paar Runden ausgewechselt) und man ein gutes Auge hat
Interessant wo dich so alles auskennst
Ja damit Karten zählen funktioniert, muss ein fortlaufender Kartenstapel verwendet werden. In der BBC-Doku wurde das auch erwähnt und dass die US-Casinos in den 80er Jahren als das Kartezn zählen aufkam, versucht haben, die Kartenspiele häufig auszutauschen. Aber lt. offiziellen Regeln – damals jedenfalls – durfte das dann nicht mehr gemacht werden und es war genau 1 vollständiges Spiel erlaubt.
In Online-Casinos heutzutage werden sowieso mehr als 8 Kartenstapel verwendet, sodass mitzählen äusserst schwierig ist (hab ich beim Schreiben des Artikels in irgendeinem Forum gelesen)
Wie soll das beim Roulette denn funktionieren? (mal angenommen der Groupier wird nicht ausgetauscht)
Naja, wenn immer gleich geworfen und gedreht wird, dann muss man nur beobachten an welcher Stelle die Kugel ins Spiel gebracht wurde und weiß dann ungefähr wo sie landen wird. Da man beim Roulette eh schon relativ niedrige Verlustchancen hat, kann man schon durch das Wissen in welcher Hälfte des Kreisels die Kugel landen wird, die Chancen so weit verbessern, dass man langfristig gewinnt. Theoretisch.
Außerdem gibt es da noch den Verdopplungstrick. Man setzt immer auf die einfachen Chancen und wenn man verliert verdoppelt man den Betrag. Auf diese Weise kann man kein Geld verlieren, gewinnt aber auch nicht viel. Da das langweilig ist gibt es an den Tischen ein Limit, so dass die Verdopplungen nichts ins unermessliche steigen können