Von mächtigen Apfelmäusen und Schweizer Laserwaffen
Seit Mai habe ich ja meinen MacMini und quäle mich seitdem mit meinem Logitech Keyboard/Mausset rum, dass teils per PS/2 teils per USB an den Rechner angeschlossen wird (ja wirklich) und somit nicht so wirklich gut an KVM-Switches anschliessbar ist (die gibt es entweder als PS/2- oder als USB-Version). Deshalb gilt es beim Wechsel zwischen den Rechnerwelten immer umzustöpseln.
Da die Maus einen PS/2 Anschluss hat, sollte die nun als erstes weg, um dann alles einheitlich auf USB zu haben. Da hat es Ende letzter Woche gut gepasst, dass Apple seine Mighty Mouse angekündigt hat: typisches Apple-Design, aber als erste Apple-Maus überhaupt mit mehr als einer Taste und Scrollrad ausgestattet. Ohne viel zu überlegen hab ich die Maus für 55 € bestellt … und bin recht enttäuscht.
Zuerst dachte ich, dass ich mit dem komischen System der rechts/links-Klicks nicht zurecht komme. Da Apple auf seine bisherige Käuferschaft Rücksicht genommen hat, ist die Maus immer noch für 1-Tasten-Fetischisten geeignet. Es gibt deshalb nur eine riesige Taste (die ganze Maus IST eine Taste), die man drücken kann. Um jetzt einen Rechts- von einem Links-Klick zu unterscheiden, gibt es kapazitive Sensoren in der Maus, die registrieren, wo die Finger die Maus berühren. Wenn man mit dem Zeigefinger auch nur ganz leicht die linke Seite der Maus berührt, wird der Klick als Linksklick interpretiert. Wird die linke Seite dagegen nicht berührt, ist es ein Rechtsklick. Um als rechts zu klicken, muss man den Zeigefinger kurz hochheben, klicken und wieder ablegen.
Das war am Anfang schon recht nervig, aber nach 2 Tagen ging das fast automatisch.
Was mich aber fast in den Wahnsinn getrieben hat, ist die hauchzarte Empfindlichkeit und Kleinheit der Maus. Gegenüber meiner alten Logitech MX700, ist die Maus winzig und um den Mausklick auszuführen, reicht es wenn ich meine Hand drüberlege und auf – unwillkürliche – Muskelbewegungen warte … schon hat man unbewusst einen Klick ausgelöst. Für Grobmotoriker mit Riesenpranken wie mich absolut ungeeignet. Deshalb geht die Maus wieder an Apple zurück, weil auch im Freundeskreis (u. a. auch ein bekennender Apple-Freak) kein Kauf-Interesse herrschte.
Übrigens ist vom viel Beachtung findenden Mini-Lautsprecher um die Tastenklicks hörbar zu machen, nicht viel zu sehen (hören) gewesen. Während die grosse Taste für Links/Rechtsklick sowieso ganz normal “klickt”, ist der Lautsprecher ausschliesslich für die – sehr schwergängigen – Tasten an der Seite gedacht … und dann auch nur ganz, ganz leise zu hören. Nutzloses Gimmick.
Aber da nun der Kaufrausch und die Gier nach einer neuen Maus eingesetzt hatte, hab ich mir gestern hier in Mainz noch eine Logitech MX1000 Laser gekauft … und bin schwer begeistert! Ich besitze nun schon seit mehr als 10 Jahren fast ausschiesslich Logitech-Mäuse, aber von der MX1000 kann ich mit Fug und Recht behaupten, die beste Maus zu sein, die ich je besessen habe.
Die Maus gleitet trotz ihrer Grösse und des im Vergleich hohen Gewichts mit einer Leichtigkeit über den Tisch, dass die Kollegen, denen ich die Maus heute gezeigt habe, sich alle verwundert – und begeistert! – angeschaut haben. Zudem kommt die MX1000 als erste optische Maus überhaupt mit meinem weissen IKEA-Schreibtisch zurecht.
Die alte MX700 muss man im Vergleich jedenfalls fast über den Tisch zerren und verliert im Handling haushoch.
Interessant ist übrigens, dass die Maus mit einer Auflösung von 6,7 MegaPixel, eine mehr als doppelt so hohe Auflösung wie meine Digicam hat … von Plänen Mäuse als neue hippe FotoHandyMäuse zu verkaufen, hab ich aber noch nichts gehört ![]()
Allerdings gibt es doch einen Nachteil, den ich bei der neuen Maus sehe: die Akkus die bei der MX700, problemlos austauschbar waren (da normale Mignon-Akkus), sind nun fest in das Gehäuse integriert und wohl nur noch durch Logitech zu ersetzen. Ob sich das für mich als Käufer lohnt, möchte ich stark bezweifeln.
Alles in allem also 2 Mäuse ausprobiert, eine geht zurück und von der zweiten wirklich begeistert. Als nächste Anschaffung steht nun ein KVM-Switch an.
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