Hajimemashite Marco desu.
“Dozo yoroshiku”.
Wer jetzt nur noch Japanisch versteht, hat genau recht. Ab heute habe ich jeden Dienstag 3 Unterrichtsstunden in Japanisch an der Volkshochschule Mainz. Nach den ersten 3 Stunden habe ich mir zwar nur ein paar Fetzen gemerkt, aber im grossen und ganzen ist Japanisch eigentlich eine leichte Sprache. Nein, nicht lachen, das stimmt wirklich.
Während das Deutsche z. B. 4 verschiedene Fälle kennt (Nominativ, Genitiv, Dativ, Akkusativ), gibts davon im Japanischen genau … nichts. Keine Fälle. Ebenfalls braucht man keine Verben zu konjugieren (ich liebe, du liebst, er liebt, wir lieben, etc). Auch kennt der Japaner nur 2 verschiedene Zeitformen: Zukunft und Gegenwart in einem und dann noch die Vergangenheit, das wars, der Rest ergibt sich aus dem Zusammenhang des Satzes/Textes.
Auch die Aussprache hat mir erstaunlich wenig Probleme bereitet. Die Übertragung der japanischen Schriftzeichen in das lateinische Alphabet ist recht gut gelungen und sehr nah an der tatsächlichen Aussprache, sodass man da recht schnell “drin” ist. An die generell sehr schnelle und betonungsarme Aussprache muss man sich halt gewöhnen. Nur gut, dass ich nicht Chinesisch lerne, dort kann es pro Silbe 4 unterschiedliche Betonungen geben, also z.B. die Silbe “ki” kann auf 4 verschiedene Weisen ausgesprochen werden, die komplett unterschiedliche Bedeutungen haben. Das ist dann kompliziert.
Das wirklich komplizierte und für den Europäer abschreckendste am Japanischen ist aber natürlich die Schrift. Japanische Grundschulkinder lernen insgesamt 1945 verschiedene Zeichen … *schluck* … Zeitung lesen ist nur damit aber nur schwer möglich. Aber selbst dieses Grundschulniveau werden wir innerhalb der nächsten Wochen natürlich nicht in unsere rauchenden Köpfe hineinbekommen. Die Lehrerin hat stattdessen angekündigt pro Abend (3 Unterrichtsstunden) 15 verschiedene Zeichen durchzunehmen und vorzustellen, bei 15 Abenden insgesamt also insgesamt 225 Zeichen. Ich denke genug für einen “Japansich I”-Anfängerkurs
Übrigens gibt es in Japan 3 (+1) verschiedene Schriftsysteme: Hiragana, Katagana und Kanji. Während Hiragana und Katagana (grob vereinfacht) genau dasselbe darzustellen vesuchen (nämlich eine Lautumschreibung der japanischen Sprache ähnlich dem lateinischen Alphabet), haben die Kanji-Zeichen jeweils eine festgelegte Bedeutung … die man dann einfach kennen muss. Die vierte Schrift ist das sogenannte Romaji, das ist die übernommene latainische Schrift, die in Japan seit dem 2. Weltkrieg immer mehr Verbreitung findet.
Zusätzlich zum komplizierten Schriftsystem kommt noch eine weitere recht schwierige Komponente hinzu: die sprichwörtliche japanische Höflichkeit. Es gibt mindestens 3 verschiedene Arten Konversation zu führen: neutral-höflich, unterwürfig oder von oben herab. Je nachdem, wie man zum Gesprächspartner steht. Das fängt schon beim Verabschieden an: “Sayonara”, “O-yasumi nasai” oder “O-saki ni”. Alles Formen wie man sich verabschieden kann. Dazu kann es noch Unterschiede bei Männern und Frauen geben und dann noch bei intimen Freunden. Aber ich hab mir sagen lassen, als Ausländer – und als der werde ich unschwer erkannt – kommt man mit der neutral-höflichen Form schon sehr weit, man tritt damit niemandem auf die Füsse (Gesichtsverlust!) und dementsprechend werden wir auch nur diese Form im Unterricht durchnehmen.
Wir waren übrigens 12 Teilnehmer (wobei es tatsächlich eine 6-köpfige Warteliste gibt) und von ganz jung bis mittel-alt war alles dabei, die jüngsten waren 2 14-jährige Mädchen und die älteste eine 41-jährige Frau, die zusammen mit ihrer Tochter da war. Ich hatte ja befürchtet, dass der Kurs mit Anime/Manga-Freaks gefüllt ist, aber dem war nicht ganz so, ich denke mal dass wir uns schon gut verstehen werden. Leider ist nichts wirklich interessantes Weibliches dabei gewesen
Wenn ich es schaffe, Serendipity zu überreden, auch japanische Zeichen in der Datenbank abzuspeichern, werde ich jede Woche mal ein paar Zeichen hier vorstellen. Das dient mir der Übung und euch vielleicht als Belustigung mit was ich mich so in meiner Freizeit beschäftige
Dewa mata.