Apple MacIntel II
So, nachdem ein langes Wochenende mit meinem neuen Apple MacMini Core Duo hinter mir liegt, mal ein kleiner Fazit-Artikel.
Wie im ersten Artikel ja schon angedeutet, greift der neue MacMini fast alle meine Kritikpunkte auf. Eigentlich ist der Mini jetzt das, was er schon von Anfang an sein sollte. Ein kleiner Freund mit genügend Pferdestärken für das produktive Arbeiten mit fast allem was das Computer-Herz begehrt. Dazu genügend Schnittstellen nach aussen und fertig ist das MediaCenter made by Apple.
Das klingt jetzt etwas euphorisch, aber im Prinzip stimmt das so, auch wenn noch ein paar Kleinigkeiten fehlen um den Mini wirklich zum Mediacenter zu machen. Hier mal ein paar Dinge die mir aufgefallen sind:
- die 512 MB RAM die in allen Modellen standardmässig verbaut werden, sind viel zu wenig, vor allem wenn man mit Rosetta – der PowerPC-Emulierung, um PowerPC-Programme auf der Intel-CPU auszuführen – arbeiten muss, geht der Rechner deutlich in die Knie, weil er laufend auf die langsame Festplatte auslagern muss.
- Der Preis bei Apple für 2 GB RAM ist immer noch unverschämt, habe mir meinen RAM deshalb lieber in Frankfurt bei arlt.com abgeholt
- Man kann das MacMini-Gehäuse nicht ohne deutlich sichtbare (allerdings nur von unten) Spuren öffnen 8S
- Wenn man erstmal mindestens 1 GB RAM installiert hat, fliegt der Rechner nur so! Der Performance ist genau so, wie ich sie mir erwartet habe.
- Der Intel Core Duo kann ohne Probleme und ohne Ruckeln HDTV-Filme in höchster Auflösung (1080p) abspielen, sehr gut!
- Selbst Spiele laufen deutlich schneller als auf dem alten G4-Mini, World of Warcraft läuft je nach Umgebung mit 10 bis 30 FPS mit Standard-Grafiksettings in 1440x900er Auflösung, für einen Massen-Raid zwar noch immer zu wenig, aber für Otto-Normal-Spieler durchaus ausreichend.
- Die Rosetta-Emulation funktioniert erstaunlich gut und ist nahtlos in das System integriert. Bei Universal Binary Programmen – also Programme die sowohl als Intel- als auch PowerPC-Version vorliegen – kann man beliebig einstellen, ob sie nativ (Intel) laufen sollen oder emuliert als PowerPC-Programm. Sinnvoll ist letzteres zum Beispiel bei Quicktime, weil zwei der wichtigsten Codecs bisher nur als PowerPC-Version verfügbar sind: Flip4Mac für wmv-Dateien und DivX6Mac für alle DIVX-Filme.
- Quicktime in Rosetta läuft allerdings grausam lahm, ich habe ein paar WMV-codierte Filme hier liegen, die selbst ohne Zoom in Originalauflösung (ungefähr 400×300) extrem ruckeln, wird Zeit dass Flip4Mac als Universal Binary kommt
- bei Mat on Macs gibt es eine schöne Zusammenfassung, wie man DIVX, VLC und MPlayer nativ auf Intel-Prozessoren ausführen kann.
- Schade, dass der Migrationsassistent von MacOS – mit dem man seine Einstellungen und persönlichen Dateien vom alten auf den neuen Mac sehr einfach kopieren kann – auf ein Firewire-Kabel angewiesen ist und nicht über Ethernet funktioniert. Nur dafür ein FW-Kabel kaufen, war mir dann doch zu viel. So habe ich alles per Hand kopiert … und es lief trotzdem 1A
- Die Frontrow-Fernbedienung ist für meine Patsch-Hände fast zu klein, trotzdem ist es ein nettes Gimmick. Hoffentlich schafft es aber Apple mal endlich, die langen Ladezeiten abzustellen, wenn man in einen Filmeordner geht, der nicht nur Quicktime-Dateien enthält, sondern auch WMV- oder DIVX-Sachen. Das war auf dem alten Mini genauso lahm wie auf dem neuen.
- Die Lautstärke ist immer noch angenehm leise, trotz des neuen Prozessors. Vor meinem RAM-Upgrade war er sogar noch leiser wie der alte, jetzt nach dem Upgrade laufen die Lüfter irgendwie etwas lauter finde ich. Keine Ahnung ob es an meinem amateurhaften Öffnen des Gehäuses liegt oder am vielen RAM. Übrigens ist das Superdrive im neuen Mini wesentlich leiser als das Combodrive im alten Rechner. Schön!
- Verschiedentlich wird von schlechterer Empfangsqualität bei Bluetooth und Airport Extreme (WLAN) berichtet. Da ich beides nicht nutze, kann ich dazu leider nichts sagen.
- Um wirklich 100%ig als Mediacenter geeignet zu sein, wäre wohl noch ein zweiter Monitor/TV-Ausgang erforderlich. Da nur ein Ausgang da ist, kann man ihn entweder nur an den Monitor hängen oder nur über einen DVI/HDMI-Konverter an den (brandneuen) Fernseher.
So und jetzt kauft euch bitte auch alle einen Apple-Rechner, ihr werdet ihn lieben
4 Kommentare to “ Apple MacIntel II ”