Archiv für Mai, 2009

Online-Petition gegen Netzsperren

Die Online-Petition gegen Netzsperren und Internet-Zensur entwickelt sich zu einem vollen Erfolg. Zumindest wenn man den Erfolg an der Anzahl an Unterzeichnern misst (aktueller Stand: 65436 sog. “Mitzeichner”). Ob sie auch was bewirkt, halte ich für sehr zweifelhaft. Zu sehr haben Frau von der Leyen und ihre Kollegen mit fadenscheinigen Argumenten, die die Realität verdrehen bis unkenntlich machen, eine Verordnung durchgepeitscht, die das plakatierte Ziel niemals erreichen wird und stattdessen nur Begehrlichkeiten weckt, auch andere missliebige Inhalte im Netz zu sperrenverdecken.

Wer noch unterzeichnen möchte, kann dies auf den Seiten des Bundestags tun: Petition: Internet – Keine Indizierung und Sperrung von Internetseiten

Um die Gefahren der geplanten Stopp-Seite beim BKA zu demonstrieren, finded bei mogis ein Kleines Experiment. Je nach Browser und Betriebssystem unterschiedlich, ist es möglich als ahnungsloser Surfer auf der “Kinderporno-Stopp-Seite” zu landen und es überhaupt nicht zu merken. Prefetching macht es möglich. Wenn man bedenkt, dass es vorgesehen ist, jeden Zugriff mitzuloggen und die Daten zu speichern, sollten bei jedem die Alarmglocken schrillen … ausser bei Frau Leyen natürlich.

Jizz in my Pants

Ich stehe ja normalerweise nicht so auf Witze auf Pubertätsniveau á la “Eis am Stiel”, aber das ist witzig gemacht:

via Sebbi (bei dem es auch noch eine weibliche Antwort gibt)

EU-Vertrag auch in Tschechien ratifiziert

Wie momentan überall zu lesen (z.B. FAZ und Telepolis), ist der EU-Vertrag im vorletzten Parlament ratifiziert worden: Tschechien. Nun ist nur noch Irland übrig, die als einziges Land eine Volksabstimmung durchgeführt haben. Ich bin sicher, die Iren werden durch “sanften Druck” ebenfalls noch überzeugt werden … und wenn die nächste Volksabstimmung auch scheitert, lässt man einfach so lange wählen, bis das richtige Ergebnis rauskommt.

Ich denke, man lehnt sich nicht zu weit aus dem Fenster, wenn man behauptet, wenn die in Lissabon-Vertrag umbenannte – 2005 eigentlich gescheiterte – EU-Verfassung in mehr Ländern sich einer Volksabstimmung stellen hätte müssen, nie und nimmer so eine weitreichende Zustimmung erhalten hätte. Zu viele Ressentiments bringen viele EU-Bürger, der in Teilen zutiefst undemokratischen und vor allem undurchschaubaren EU entgegen.

Ich persönlich lehne den EU- bzw. Lissabon-Vertrag in dieser Form ebenfalls ab, bin aber trotzdem für Europa. Für die Vertrags-Befürworter in Medien und Politik passt dies allein schon nicht zusammen. Wenn man gegen den Vertrag ist, ist man automatisch gegen Europa. Mir missfällt allerdings dieses extrem undurchschaubare Monstrum, das aus hunerten und tausenden Paragrafen besteht und aus dem ein Normalbürger einfach nicht schlau werden kann. Mein Eindruck ist, dass über die Hintertür Europa undemokratische Gesetze in ganz Europa durchgedrückt werden sollen. Mit der Abschaffung bzw. Reduzierung der einzelstaatlichen Veto-Entscheidungen werden sich Lobbygruppen noch einfacher Einfluss verschaffen können und Errungenschaften,  die sich die Menschen in vielen zentraleuropäischen Ländern in den letzten 100 Jahren erkämpft haben, drohen mehr und mehr abgebaut zu werden. Zudem nutzen zumindest die deutschen Parteien die europäische Gesetzgebung, um in Deutschland Gesetze zu erlassen, von denen sie wissen, dass sie in Bundestag keine Chance hätten.

Ja, wir brauchen ein einiges Europa. Ja, ich bin für eine Europa-Regierung und für ein unabhängiges EU-Parlament. Aber ich bin nur dafür, wenn demokratische Spielregeln eingehalten werden. Wenn endlich das EU-Parlament wirkliche Macht erhält. Wenn endlich die EU-Kommission durch EU-Parlament und/oder Volk  ernannt, gewählt und kontrolliert wird. Wenn endlich der völlig undemokratische Ministerrat abgeschafft wird. Ja, dann bin ich für Europa.

Der Lissabon-Vertrag verbessert nichts in dieser Hinsicht.

Memberbereich für Wordpress

Wer Wordpress als CMS einsetzt, wird sich zwar freuen, wie einfach die Verwaltung der Website funktioniert, aber viele Webseiten benötigen nicht nur einen öffentlichen Webauftritt, sondern auch einen besonderen, passwortgeschützen Bereich, auf den nur registrierte Benutzer Zugriff haben, landläufig auch Memberbereich genannt. In einer Standardinstallation kann man Wordpress zwar so einstellen, dass sich jeder registrieren kann, aber man hat keine Möglichkeit einen Memberbereich zu gestalten.

Da eine Bekannte von mir so etwas ähnliches wollte, habe ich mich mal damit beschäftigt.

Unter den vielen Plugins, die etwas in dieser Richtung anbieten, sind mir zwei besondere Perlen aufgefallen. Dies wäre zum einen User Access Manager und zum anderen Sidebar Login. Beide Plugins ergänzen sich gegenseitig sehr gut. Während UserAccess Manager dafür sorgt, dass Seiten und Artikel erstellt werden können, die nur bestimmte Nutzergruppen sehen können, stellt Sidebar Login ein Login-Widget für die Sidebar zur Verfügung.

User Access Manager

usam.jpg Mittels dieses Plugins kann man eine beliebige Anzahl von Benutzergruppen anlegen und dort jeweils festlegen, was diesen Benutzergruppen erlaubt ist. Sowohl Artikel, Seiten als auch Kategorien können dann den Benutzergruppen zugeordnet werden und können dann nur noch von Mitgliedern dieser Benutzergruppe gelesen werden. Das Plugin sorgt u.a. auch dafür, dass die Standard-Funktionen von Wordpress so überschrieben werden, dass sie diese Einstellungen beachten. Man braucht also keine Änderungen im Theme durchführen, z.B. wird die Liste der Wordpress-Seiten automatisch passend zum gerade eingeloggten Benutzer zusammengestellt. Ebenso sind automatisch alle für den Benutzer nicht lesbaren Artikel im Blog verschwunden.

Zusätzlich kann auch der Upload-Ordner geschützt werden, sodass Bilder darin auch nur noch von eingeloggten Benutzern geöffnet werden können. Der Webserver wird per .htaccess-Datei so konfiguriert, dass Zugriffe über Wordpress (z.B. Bilder aus der WP-Mediathek) ganz normal angezeigt werden, direkte Zugriffe über die URL erfordern dagegen eine Passwort-Abfrage. So kann man sich also sicher sein, dass sowohl die Seiten selbst nur für Benutzer angezeigt werden, als auch die verlinkten Medien (Bilder, Videos, etc.).

Um als Admin nicht den Überblick zu verlieren, erhalten geschützte Seiten und Artikel standardmässig einen erweiterten Namen, sodass man sehr einfach sieht, was jeder lesen kann und was nicht.

Die Installation des Plugins geht einfach von der Hand, mehr als die normale Plugin-Installation ist nicht notwendig. Nach Anlegen der ersten Benutzergruppe können auch direkt die Artikel zugewiesen werden.Auf jeden Fall eine Top-Empfehlung!

Sidebar Login

sidebarlogin_0.jpg Wenn man für seine Seite viel Mühe ins Design und CSS gesteckt hat, möchte man seinen Besuchern nur ungern den Standard-Wordpress-Login zumuten, da dieser vom Seiten-Design komplett unabhängig ist. Ausserdem ist es sowieso eine gute Idee, die normale Login-Seite auf eine andere URL umzubiegen, um etwas Schutz vor automatisierten Einbruchsversuchen zu haben.

Mittels Sidebar Login erhält man deshalb ein Widget, das sich wie jedes andere Widget in der Sidebar auch ans normale Seiten-Design hält und dort eine Login- sowie eine Logout-Möglichkeit zur Verfügung stellt. Installieren, Widget hinzufügen, fertig. Man kann noch konfigurieren, ob diverse Zusatzlinks in der Login-Box angezeigt werden sollen (z.B. das Dashboard) bzw. auch eigene Links eingeben. Sehr einfach und wieder eine Top-Empfehlung!

Was ich übrigens leider noch nicht gefunden habe, ist eine schönere Möglichkeit eine Benutzerregistrierung zur Verfügung zu stellen. Es gibt zwar ein paar Plugins, aber mir hat keins richtig zugesagt. Da meine Bekannte ihren Benutzern die Logins aber sowieso selbständig zur Verfügung stellt, ist das in diesem Fall erstmal egal.

Worauf man aber achten sollte ist, dass die registrierten Benutzer nur den Rang “Abonnent” erhalten, damit sie in der Admin-Oberfläche keinen Unfug anstellen können. ;)

Linux Einsteigerhilfe

Für alle die schon länger daran denken, sich einmal Linux anzuschauen, aber immer davor zurückgeschreckt haben, weil Sie Angst hatten genügend Hilfe und Infos zu bekommen, hilft ein Artikel bei linuxundich weiter: Wie informiere ich mich über Linux?

Passend dazu ist vor einigen Tagen eine neue Ubuntu-Version erschienen: Ubuntu 9.04 – Jaunty Jackylope Gerade für Einstiegswillige ist Ubuntu eine gute Linux-Distribution um das System kennenzulernen. Die meiste Hardware sollte per Plug&Play konfiguriert werden und Ausflüge auf die Kommandozeile sind nur notwendig, wenn man das System näher kennenlernen möchte.