Farpoint Station

Oh Mann, die letzten Wiederholungen von 80er-Jahre-Serien wie Knight Rider oder Airwolf waren ja schon grausam schlecht, aber der Pilotfilm von “Star Trek: The Next Generation” jetzt gerade auf “Kabel 1″ ist ja wohl nur noch reinster Trash!
Aberwitzige Dialoge, hölzerne Schauspieler und eine deutsche Synchro zum Haare raufen. Wo sieht man das schon auf so hohem Niveau? Besonders schlecht fallen aber mal wieder Wesley aka Wil Wheaton und Deanna Troi aka Marina Sirtis auf. Dass ich die damals 7 Seasons lang ausgehalten habe, kann ich mir gar nicht mehr vorstellen.

Crew der Enterprise NCC1701-D

Und ich war mal Trekkie 8-)

Silkroad Online

Silkroad Online Zwar aber ich mir diese Woche RF-Online bestellt, aber da das noch unterwegs ist und ich die letzten zwei Tage etwas kränklich war, musste etwas Abwechslung her. Bei WoW ist ja schon 2 Monate die Luft raus.
Da kam es ganz recht, dass ich den Link zu Silkroad Online in meinen Mails wieder gefunden habe. Hatte ich mir vor ein paar Wochen mal selbst geschickt zum ausprobieren und jetzt hat es grad gepasst.

Silkroad Online ist ein Online-Hack&Slay in bester Diablo-Manier. Es stammt aus Korea, ist komplett in Englisch und die Macher versprechen, dass das Spiel – ähnlich wie KAL Online – für immer kostenlos spielbar bleibt. Geld verdient man wohl mit dem Verkauf von Ingame-Items gegen Real-Geld, die aber nicht unbedingt notwendig sind.
Normalerweise sind solche kostenlosen Spielchen recht einfach gestrickt, das ist zumindest meine persönliche Erwartung. Von KAL Online hatte ich ähnliches gehört, hatte dazu aber nie die Musse es mal auszuprobieren.

Silkroad Online versetzt einen ins mittelalterliche China und wie man am Namen schon sehen kann, dreht es sich hauptsächlich um die Seidenstrasse, die jahrhundertelang China mit Kleinasien und Europa verband. Deshalb sind – zumindest am Anfang, später kommt man noch in andere Gebiete – alle Namen von NPCs chinesisch, für europäische Spieler nicht gerade einfach zu lesen. Aber zusammen mit der wunderschön umgesetzten asiatischen Architektur in den chinesischen Städten kommt richtig Flair auf. Es ist eine angenehme Abwechslung zu den altbekannten europäischen Mittelalter-RPGs, die es schon zuhauf gibt und auch gerade in Entwicklung sind.

Am Anfang des Spiels kann man sich seinen Charakter individuell zusammenstellen. Es steht eine grosse Auswahl von männlichen und weiblichen Models zur Verfügung, zudem kann man Körpergrösse und -Fülle festlegen. Ausserdem kann man sich eine von 5 Waffenarten aussuchen, sowie aus 3 Rüstungsarten die passende wählen. Sowohl Waffe als auch Rüstung kann man später jedoch noch beliebig austauschen, hier kann man also nichts wirklich falsch machen.

Silkroad Online: Hoch zu Ross Überhaupt kann man seinen Charakter eigentlich nicht “verskillen”, wie MMORPG-Profis einen Charakter nennen, dessen Attribute so falsch vergeben wurden, dass er unspielbar wird. Die Entwicklung eines Chars beruht nämlich nicht wie gewöhnlich nur auf Erfahrungspunkten, sondern zu einem Grossteil auch auf Skillpunkten. Das Töten von Monstern gewährt einem sowohl Erfahrungspunkte (XP) als auch Skillpunkte (SP). Während erstere wie gehabt für den Levelanstieg benötigt werden, braucht man die Skillpunkte für Spezialtalente, auf die man die SP frei verteilen kann. Jeder Char kann prinzipiell alle Talente lernen, er braucht nur genug Skillpunkte.

Spezialtalente teilen sich auf zwei grosse Bereiche auf: physische und mentale Talente. Während für die physischen Angriffe Waffen wie Schwert, Klingen, Glaive, Bogen, Speer benötigt werden, sind die mentalen Angriffe, die Magie innerhalb von Silkroad Online. Da wie gesagt jeder Char die Skillpunkte beliebig verteilen kann, kann man so einen kraftstrotzenden Tank skillen, der nebenbei noch mit Feuer Flächenschaden austeilen kann. Oder einen Kampfmagier, der auch noch mit seinem Speer zuhauen kann.

Die Angriffsstärke eines Chars beruht dabei auf zwei Werten: Stärke und Intelligenz, die man je nach Vorliebe jedes Level um maximal 3 Punkte steigern kann. Mehr Stärke für bessere physische Angriffe und Rüstung und mehr Intelligenz für mehr Mana, um länger mit Blitzen um sich zu werfen und die mentalen Angriffe von Gegnern auszuhalten.

Die Spezialfähigkeiten für die physischen Angriffe teilen sich auf die 3 verschiedenen Klassen von Waffen auf, die man einzeln verbessern kann: Speer/Glaive, Schwert/Klinge und Bogen. Freunde von magischen Angriffen haben die Auswahl aus insgesamt 4 verschiedenen Arten von Magie: Eis, Feuer, Blitz und Macht. Während Feuer und Blitz primär Schaden machen, eignet sich Eis eher für Gegnerkontrolle (z.B. einfrieren) und Macht ist die Voraussetzung, um effektiv zu heilen. Somit gilt es, seine Skillpunkte auf insgesamt 7 Bereiche zu verteilen, wobei normalerweise nur maximal zwei oder drei sinnvoll sind. In allen Bereichen steht eine Vielzahl von unterschiedlichen und abwechslungsreichen Talenten zur Verfügung, die durchweg gelungen sind. Da die Skillpunkte immer knapp sind, fällt die Auswahl immer recht schwer.

Silkroad Online: Nette Grafikeffekte Hat man einmal das grundlegende System verstanden, ist man sehr schnell drin und kann anfangen sich in der Welt umzuschauen. Und es gibt viel zu sehen. Neben den wunderschönen Landschaften gibt es natürlich unzählige Gegner und Gegnerarten, die es von nun an zu beseitigen gilt. In die richtige Richtung wird man dabei von den Questgebern geschickt, für die man in der Weltgeschichte rumreist und Millionen von Mobs tötet. Da das Spiel nunmal aus Korea kommt und Koreaner bzw. allgemein Asiaten es ungemein spannend finden, Stunde um Stunde tausende von Mobs zu töten, nur um später noch mehr Mobs zu töten, gestalten sich quasi alle Quests nach der Art: Töte Anzahl X von Gegner Y. Einzige Abwechslung sind Quests der Art: Sammle Gegenstand Z Anzahl X von Gegner Y. Eine Hindergrundstory, die ja z.B. in World of Warcraft zumindest noch ansatzweise enthalten war, existiert leider überhaupt nicht.

Mit Level 20 wird das Leben jedoch interessanter. Wenn ein Char dieses Alter erreicht hat, kann er sich einen von 3 Berufen aussuchen: Händler, Jäger oder Dieb. Während Händler wertvolle Waren über die Seidenstrasse von Stadt zu Stadt transportieren, bieten Jäger den Händlern ihre Dienste an, die wertvolle Ware gegen die Diebe zu beschützen. Dass das natürlich auf spannendes PVP hinausläuft dürfte klar sein. Da ich damit noch keine Erfahrung habe, kann ich aber noch nichts drüber schreiben. Jedenfalls ist das aber ein interessanter Ansatz für Open-PVP, das nicht auf Instanzen angewiesen ist.
Playerkiller und sogenanntes “Ganken” sind in SRO übrigens weniger ein Problem. Ein Spieler, der nicht zwecks Berufsausübung unterwegs ist (dazu muss er spezielle Sachen anlegen) kann von anderen Spielern zwar angegriffen werden, wenn die es darauf anlegen, aber sollte der Angriff erfolgreich sein, wird der Angreifer als Mörder gebrandmarkt und ist ab sofort für alle anderen Spieler vogelfrei, d.h. sie dürfen ihn straflos angreifen. Beim Tod des Mörders besteht dabei eine erhöhte Chance Erfahrungspunkte zu verlieren und auch Gegenstände die man trägt zu verlieren. Ausserdem verliert der Mörder innerhalb von Städten laufend Gesundheit.

Silkroad Online: Krämerladen Was gibt es sonst noch? Viele kleine Details die das Spielen immer wieder interssant machen. Der Verkauf von Gegenständen an andere Spieler zum Beispiel. Statt einem Auktionshaus oder wildem Rumgeschreie im Chatchannel kann jeder Spieler an beliebiger Stelle einen typisch chinesischen Kramladen eröffnen und jeder vorbeigehende kann stöbern und kaufen. Jeder Laden hat sogar seinen eigenen Chatchannel. Nett! Leider führt das aber auch dazu, dass viele Spieler nicht mehr offline gehen und so die Server belasten, weil der Laden nur geöffnet ist, wenn man online ist, ausserdem kann man sich dann nicht mehr bewegen. Zur Serverproblematik später noch mehr.

Die schon angesprochene liebevolle Grafik tut ihr übriges dazu bei, einen gewissen Suchtfaktor aufkommen zu lassen. Die Macher haben hier eindrucksvolle Arbeit geleistet, ein frisches unverbrauchtes Thema (Seidenstrasse) in ein offenes und flexibles Kampf- und Levelsystem verpackt. Man kennt zwar viele Spielelemente aus anderen Spielen (Diablo, Warcraft, etc.) aber lieber gut klauen als schlecht selbst entwickeln. Auch die nicht vorhandenen Ladezeiten ähnlich World of Warcraft sind absolut lobend zu erwähnen!

Kommen wir zu dem einzigen grösseren Kritikpunkt, den ich habe: der eigene Erfolg. Bedingt durch die kostenlose Spielbarkeit und dem Zwang zum online sein wegen den Verkaufsständen führt dazu, dass alle fünf momentan vorhandenen Server gerade am Wochenende überfüllt sind und der Login zum Glücksspiel wird. Wenn man aber das Glück hat und sich erfolgreich einloggen konnte, ist trotz überfüllten Städten (besonders die Anfangsstadt) kein merkbarer Lag zu spüren. Dies mag evtl. im PVP 1on1 anders aussehen, wo es auf Millisekunden ankommt, aber im PVE hab ich bisher absolut keinen Lag gespürt. Für Anfang März ist übrigens ein neuer Server angekündigt.

Abschliessend kann ich als Fazit Silroad Online absolut weiterempfehlen. Wer mal eine Pause von World of Warcraft braucht oder eine entspanntes Stündchen kostenlos online spielen will, sollte auf jeden Fall reinschauen. Der Client ist knapp über 500 MB gross und recht schnell runtergeladen. Ich selbst bin auf Babel mit meinem Char “Inora” unterwegs, einer keschen Bogenschützin, die noch Mitstreiter sucht.

Zum Schluss noch ein Tipp: Auf www.silkroadline.de gibt es eine schon recht grosse deutsche Community.

Edit 27.2.: irgendwie sind während des Schreibens des Artikels die Links zum Spiel verloren gegangen, habe ich grad nachgetragen.

Verrückt

Ich gebe es ja zu, ich habe RF-Online bestellt wegen solchen Bildern:
RF Online

8)

So say we all

Battlestar Galactica

(no spoilers included!)
Den ganzen Samstag und den halben Sonntag mit Battlestar Galactica schauen verbracht, ich glaub ich muss mich am Montag vom Wochenende erholen.

Nachdem ich schon öfters nur gutes über BSG gelesen hatte, war ich doch sehr, sehr misstrauisch und habe die Neuverfilmung erst mit der Ausstrahlung auf RTL2 das erste mal gesehen. Die Originalserie in den 70er und 80er Jahren war zwar ganz nett (vor allem Commander “Bonanza” Adama), aber eigentlich doch mehr Trash als gute Unterhaltung.

Umso mehr überrascht hat mich der Pilotfilm: trotz Verstümmelung und nervigen Klingelton- und Gewinnspiel-Einblendungen bei RTL2. So habe ich mir direkt nach dem Pilotfilm die halbe zweite Season reingezogen und bin süchtig geworden. Eine SF-Serie quasi ohne Science, dafür aber mit unheimlich starken Charakteren und einer äusserst spannenden Story, lässt mich einfach nicht kalt. Im Gegensatz zu 4 Seasons von “Star Trek: Enterprise”, durch die ich mich mehr schlecht als recht gequält hat, kann ich hier die nächste Folge in der nächsten Woche fast nicht erwarten. Parallele Erzählstränge, Cliffhanger, kontinuierliche Storylines und starke Schauspieler kannte ich im SF-Bereich eigentlich nur aus “Babylon 5″-Zeiten. Während B5 aber die erste Season quasi verschenkt hat und erst mit der zweiten Season das zugrundeliegende Konzept immer besser wurde, fiebert man bei Commander Adama von der ersten Minute an mit.
Nach Schauen der ersten Season am Wochenende möchte ich für mich behaupten, die beste erste Season einer Fernsehserie überhaupt gesehen zu haben. Normalerweise brauchen ja Schauspieler, Drehbuchschreiber und auch Zuschauer ein paar Folgen um sich aneinander zu gewöhnen (siehe “Star Trek: Deep Space Nine” oder das schon angesprochene B5).

Vermutlich hilft dabei aber auch das bereits bekannte Universum aus Menschen und Zylonen mit den auch in der neuen Verfilmung vorhandenen Charakteren: Commander Adama, Apollo, Starbuck (diesmal als Frau), Baltar. Bekannte Elemente aus der Originalserie werden behutsam, aber überzeugend in die neue Serie übernommen. So feiert man u.a. ein Wiedersehen mit den Kampfraumschiffen “Viper” (im Pilotfilm sogar mit Originalmodell im Museum) oder den Basisschiffen der Zylonen.

Ebenfalls überraschend, im Ergebnis aber völlig überzeugend war für mich der äusserst sparsame Einsatz von “Science” in einer Science-Fiction-Serie. Während den “Star Trek”-Serien immer wieder vorgewurfen wurde, eine ausweglose Situation mit Technobabble zu lösen (also dem Zuschauer unverständlichen Technik-Spielkram zu präsentieren, mit dem die Helden die zuvor unlösbare Situation im Nu lösen können) kommt so etwas bei der Galactica eigentlich nie vor. Mit Ausnahme der Tatsache, dass die Menschen auf der Galactica Raumschiffe fliegen und einen überlicht-schnellen Antrieb haben, könnte Commander Adama auch ein beliebigen Flugzeugträger aus den 80er Jahren im Atlantik steuern. Die technische Ausstattung ist geradezu antik: kaum Computer, Telefone mit Ringelschnur und auch keine Laserwaffen! Während das storytechnisch damit begründet wird, dass die Galactica im Pilotfilm eigentlich abgewrackt werden sollte, ist es für die Macher hinter der Kamera klar: Special Effects nur dort einsetzen wo sie unbedingt gebraucht werden (dann aber richtig), ansonsten wird sich eindeutig auf die Story, die Charaktere und die Schauspieler konzentriert.

Überhaupt die Schauspieler: eigentlich fällt mir keine Figur und kein Schauspieler ein, der ein Totalausfäll wäre. Während Trip auf der “Enterprise” nur genervt hat, habe ich jeden auf der Galactica irgendwie lieb gewonnen: Commander Adama als der Ruhepol auf der Brücke, Kara und Lee als heißblütige Piloten die sich mehr unterscheiden als sich ähnlich sind, der verrückte Wissenschaftler Gaius Baltar, die meist nur wenig mehr als nichts (manchmal lässt sie das wenig mehr auch weg) tragende Number Six und nicht zuletzt die liebenswerte, aber viel zu selten auftauchende Mechanikerin Cally. Alle Darsteller liefern hervorragende Leistungen ab und kein Charakter ist 100% böse oder 100% gut. BSG ist kein Heldenepos á la Hercules in dem die guten Menschen gegen die Cylonen kämpfen und am Ende sich alle glücklich in den Armen liegen.

Nun habe ich viel mehr geschrieben als ich eigentlich wollte. Als Fazit kann ich nur sagen: Battlestar Galactica ist das beste was das SF-TV momentan zu bieten hat!

Battlestar Galactica: jeden Mittwoch auf RTL2 oder jeden Samstag in ihrem persönlichen phasenverschobenen, transdimensionalen Quantenzeitportal.

So say we all!